20 Jahre historisches Spiel: viel los in Argeste

Argeste. Auch in diesem Jahr bestand für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, den historischen Hintergrund im Mittelalter zu erleben. Rund 100 Teilnehmer sind in der ersten Ferienwoche, im Spieldorf Argeste, in historische Kostüme geschlüpft und haben den Alltag der längst vergangenen Zeit hautnah erlebt.


Bereits seit 20 Jahren – das heißt zum 20. Mal – ist das Historische Spiel im Spieldorf Argeste hinter dem Elsebad über die Bühne gegangen. Wenn das historische Spiel sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert, ist so einiges anders als sonst: Sonst haben sich die Teilnehmer immer in „Svierte“ befunden.  Dieses Jahr versetzten sie sich in Bewohner von Worms, die Heimat der Nibelungen:

Wir denken uns das Jahr 434. Hagen, Heermeister der Burgunden, sitzt am Tisch in der Halle seines Königs Gundahar und spielt gedankenverloren mit Runenwürfeln aus Knochen. Sie gehören eigentlich der Königsmutter Ute und der schönen Griemhilde, Utes jüngster Tochter. Er ist allein, denn der König bereitete sich auf den Empfang der Gäste vor. Heute trifft die Königin von Island mit Gefolge ein, eine Frau von der man sich Wunderdinge erzählt. Gestern war ein Abgesandter des römischen Heermeisters Aetius eingetroffen und der König der Alanen, Goar, ein alter Freund. Morgen erwartet man einen weiteren sagenumwobenen Gast, Sigurd mit dem Drachentöterschwert.

Die Herzen der Frauen flögen ihm nur so zu, so erzählt man sich am Unterhof, wo die kahlköpfigen Sklaven arbeiten, wo die Köche in der großen Garküche alle, die auf dem Königshof leben, mit Essen versorgen, wo die freien Burgunden leben neben den hörigen Handwerkern und den Kriegern, wo Fremde sich herumtreiben, auffällig, weil sie aussehen wie die Hunnen. Hagen ist sich sicher: in diesen dunklen Zeiten braucht man viele Freunde, aber wer sind Freunde, wie erkennt man Feinde. Können ihm Utes Runen helfen? Oder sollte er auf den römischen Bischof Ringwulf setzten, der schon seit vier Wochen hier ist. Sein Widersacher ist ein keltischer Mönch, lebensfroh und lustig.

Hagen schaut aus der offenen Tür der Königshalle, Gesang und Lautenspiel wehen leise herauf. Tja, der Sänger hat viel zu besingen in diesen Tagen.

In den letzten Jahren hat das historische Spiel in Argeste stets Scharen von begeisterten Besuchern angelockt und so war es auch in diesem Jahr. Beim Abschlussfest am Samstag, konnten die Eltern der Teilnehmer  und alle anderen Interessierten, das historische Spiel mittendrin erleben und sich das Dorf Argeste ansehen. Die Besucher konnten ihre Euros im Verhältnis von 1:2 in gültige Währung umwandeln. Davon konnten sie sich neben Speis und Trank, von den Wirten und Bäckern aus dem Dorf auch andere Güter kaufen.

Lukas Pohland

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