Bewährungsstrafe für Schwerter Waffenhändler?

Hagen/Schwerte. Auch das Verfahren gegen den Hemeraner wurde vorläufig eingestellt. Er muss eine Geldauflage zahlen. Im Falle des Schwerter Waffenhändlers denkt die Staatsanwaltschaft laut über eine Bewährungsstrafe nach.

Nachdem das Gericht das Verfahren gegen den Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Unna eingestellt hatte, brachte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli den Stein ins Rollen. „In einer Besprechung mit den Verfahrensbeteiligten nach dem letzten Verhandlungstag teilte der Oberstaatsanwalt der Kammer mit, dass auch die Einstellung gegen den Angeklagten Peter G. in Betracht komme.“ Mit diesen Worten eröffnete der vorsitzende Richter der Strafkammer den Prozesstag am Mittwoch.

Strohmann

Der 43-jährige Mann aus Hemer galt als „Strohmann“. Er hatte eine Waffenhandelserlaubnis beantragt und erhalten. Aber er hat nie das Waffengeschäft des 56-jährigen Schwerters übernommen. Zu Beginn des Prozesses gab der bislang nicht Vorbestrafte zu, dass der Schwerter nicht sein Angestellter war, sondern selbstständig arbeitete. Er führte den Laden nur auf dem Papier. Es habe sich um einen Gefallen gehandelt.

„Wir haben das als Kammer beraten und werden dem folgen“, lautete die Entscheidung der Kammer. Die Richter stellten das Verfahren gegen den Hemeraner vorläufig ein. Er muss 3000 Euro Geldbuße bis zum Jahresende bezahlen. Die Kammer signalisierte, dass die Schuld des 43-Jährigen gering ist und durch die Zahlung der Geldbuße getilgt werden kann. „Sie haben es glaubhaft eingeräumt. Wir sind uns sicher, dass Sie aus dem Verfahren gelernt haben“, hieß es vonseiten der Hagener Richter.

Bedenkzeit

Nachdem der Hemeraner erleichtert den Gerichtssaal verlassen hatte, wandten sich die Richter auch dem Schwerter zu. „Die Staatsanwaltschaft stellt eine Bewährung in den Raum. Die Kammer hat aber ihre Probleme damit wegen der Vorverurteilung.“ Im Folgenden ging es darum, dass der Schwerter nun etwas tun muss, was einen Strafminderungsgrund darstellen würde. „Uns wäre wichtig, dass sie auf die Herausgabe der gesamten Munition und der Waffen verzichten“, so der vorsitzende Richter. Und das würde für den Schwerter einen hohen finanziellen Verlust bedeuten. Denn er hätte kein Geschäft mehr, das er verkaufen kann. Verteidiger Andreas Trode bat um Bedenkzeit. Er will alles in Ruhe mit seinem Mandanten in den nächsten Tagen besprechen.

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