Bürgerprotest hat Erfolg: Kranke Kastanien bleiben zunächst noch stehen

Schwerte. Die sechs Kastanien an der Hellpothstraße werden zwar kaum zu retten sein, weil sie von der Kastanienkrankheit befallen sind, aber die für Samstag geplante Fällaktion ist nach Bürgerprotesten und der Berichterstattung im Blickwinkel erst einmal ausgesetzt. Das meldete am frühen Freitagmorgen der für Stadtplanung und Umwelt zuständige Fachbereichsleiter Adrian Mork. Auf einem Ortstermin, der kurzfristig anberaumt werden soll, sollen alle Fragen von Anwohnern und Bürgern beantwortet werden.

Sturm der Entrüstung

Schon am Donnerstag hatte es einen ersten, noch kleineren Sturm der Entrüstung gegeben, nachdem am Mittwochnachmittag die Bäume mit Banderolen versehen worden waren. Diese Banderolen weisen auf die Fällung der Bäume innerhalb der nächsten 14 Tage hin. Doch nicht etwa in 14 Tagen sollten die Bäume fallen, sondern schon am Samstag. Dieses Tempo und die Tatsache, dass keine tiefergehenden Informationen aus der Verwaltung gekommen sind, brachte am Donnerstag in einer spontanen Aktion schon 30 Menschen wenn schon nicht auf die Palme, dann aber doch unter die Kastanien. „Von der Kommunikation her ist das nicht gut gelaufen“, räumte Adrian Mork im Gespräch mit dem Blickwinkel ein.

Die Medieninformation der Stadtverwaltung

Kastanienkrankheit

Aber das wird jetzt korrigiert, nachdem auch Bürgermeister Heinrich Böckelühr den Bericht im Blickwinkel gelesen hatte und noch am Donnerstag versprach, Licht in die Angelegenheit bringen zu wollen. Adrian Mork hat sich am heutigen Freitag mit Gerhard Krawczyk, dem Leiter des Baubetriebshofs in Verbindung gesetzt und sich mit ihm darauf verständigt, die Aktion zu verschieben. „Normalerweise sollen die Banderolen 14 Tage lang über die bevorstehende Fällung eines Baumes informieren“, so Mork.

Dass die Bäume fallen müssen, weil ihre Standsicherheit wegen der Kastanienkrankheit akut gefährdet ist, steht indes für Adrian Mork außer Frage. „Das ist zwar jammerschade, aber wir können mit der Fällung nicht einmal mehr bis zum Herbst warten“.

Bakterium befällt Stamm

Ausgelöst wird die Krankheit durch ein Bakterium, das den Stamm befällt. „Pseudomonas syringae“ wird als häufigster Erreger von Experten benannt. „Es gibt aber auch eine sehr ähnlich aussehende Infektion durch den Phyttophtera Pilz“, heißt es auf der Internetseite der Landschaftsarchitekten aus dem Planungsbüro  G &L Hoppe. „Beiden gemeinsam sind schwarz verfärbte, nässende Stellen, oftmals mit aufplatzender Rinde. Einige Kastanien zeigen auch schüttere Kronen, teilweise absterbende Äste. Sofern jedoch die mangelnde Bruchsicherheit der Bäume kein Problem darstellt, lohnt es sich abzuwarten – viele der von diesen Krankheiten betroffenen Bäume erholen sich wieder“. Die Stiftung Unternehmen Wald verweist allerdings darauf, dass die Krankheit in der Regel tödlich verläuft.

ANSICHTSSACHEN

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