CDU möchte weiblichen Straßennamen für Neubaugebiet: Minna-Marcus-Straße

Westhofen. Wenn im Bereich der Mesenbecke in Westhofen demnächst ein neues Wohngebiet entstehen wird, dann soll die Straße, die durch dieses Wohngebiet führen wird, Minna-Marcus-Straße heißen. Einen entsprechenden Antrag hat die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Schwerte formuliert. Mit ihm soll sich der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt am 20. Februar beschäftigen.


Um den Ortsteil verdient gemacht

In der Begründung des Antrags heißt es, dass neue Straßen vorzugsweise nach Persönlichkeiten benannt werden sollen, die einen besonderen Bezug zu dem betreffenden Ortsteil haben, d.h. entweder im Ortsteil gelebt oder gewirkt und/oder sich für diesen Ortsteil in besonderer Weise verdient gemacht haben. „Diese Kriterien erfüllt Minna Marcus“, schreibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Rehage – und liefert den historischen Hintergrund gleich mit.

„Minna Marcus, geb. Giesberg, wurde am 21.02.1888 im hessischen Trendelburg geboren. Sie eröffnete im Jahr 1923 in der Bahnhofstr. 42 in Westhofen einen Manufakturenladen. Im Jahr 1943 wurde sie mit ihrem Ehemann in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert, in welchem sie wahrscheinlich ermordet wurde. Minna Marcus hat viele Jahre in Westhofen gelebt und gearbeitet. Einer jüdischen Mitbürgerin würde mit der gewünschten Straßenbenennung damit ein bleibendes Andenken gesetzt. An den Recherchen zu „Minna Marcus“ hat sich auch der Westhofener Ortsheimatpfleger, Herr Lothar Meißgeier, beteiligt. Die Authenzität ist gewährleistet“.

Cilli-Kranefeld-Straße abgelehnt

Im November vergangenen Jahres war die AG Schwerter Frauengruppen mit einem Antrag gescheitert, die Straße, die künftig das Neubaugebiet „Thüner Wiese“ in Ergste erschließen wird, Cilli-Kranefeld-Straße heißen sollte. Während SPD und Linke diesem Antrag seinerzeit zustimmten, war u.a. die CDU gegen eine solche Namensnennung. Die sozialdemokratische Kommunalpolitikerin Cilli Kranefeld habe durch die Verleihung der Stadtmedaille schon genug Würdigung für ihr Schaffen erfahren, hieß es damals in der Debatte.

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Kommentare

Comments

  • Gudrun Körber Vors. der AG Schwerter Frauengruppen 8. Februar 2018 at 17:36

    Wir finden es begrüßenswert, dass die CDU das Ansinnen der Arbeitsgemeinschaft Scherter Frauengruppen und des Arbeitskreises Schwerter Frauengeschichte(n) unterstützt und Frauen Wertschätzung entgegen bringt, die sich für die Stadt Schwerte verdient gemacht haben und es nur gerecht ist, dann auch Straßen nach ihnen zu benennen.
    Ziemlich erzürnt sind wir über die Interpretation, dass der Antrag der AG Schwerter Frauengruppen, eine Straße nach Cilli Kranefeld zu benennen, mit dem Argument der CDU daran gescheitert ist, das durch die Verleihung der Stadtmedaille schon genug Würdigung für ihr Schaffen geleistet wurde!!!!!
    Damit kann sich die Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen nach wie vor nicht zufrieden geben, denn bei Männern ist es überhaupt kein Problem, eine Mehrfachwürdigung zu akzeptieren.
    Wir werden uns auf jeden Fall weiterhin dafür einsetzen, dass nicht nur Cilli Kranefeld, sondern auch Sophie Ludwig, Gertrud Büchsenschmidt, Luise Elias, Rosel Linner, Johanna Reifenberg, um nur einige Frauen zu nennen, mit einem Straßennamen hier in Schwerte gewürdigt werden.
    Gudrun Körber
    i.a. AG Schwerter Frauengruppen

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