Der Gesang der Kuckucksuhren: Ein besonderes Instrument ist in Schwerte angekommen

Schwerte. Die Kuckucksuhrenorgel ist in Schwerte angekommen. Am Freitag wurde sie von Klangkünstler Erwin Stache im Evangelischen Gemeindezentrum St. Viktor  vorgestellt. Dort wird sie auch bis zum 28. Mai ihren Platz behalten. Sie wird eingebettet in drei Kirchenkonzerte. Das erste findet schon am Sonntag um 16 Uhr statt. Dann kann jeder, der Interesse hat, die Kuckucksuhrenorgel in Augen- und Ohrschein nehmen und sie in seiner ganzen Pracht erleben. Am Freitag nämlich war sie bei der Präsentation noch nicht ganz „aufgehängt“.

Das Klangwunder reist im Jahr 2017 durch die westfälische Landeskirche. Der Startpunkt des Projektes ist Schwerte. Die Kuckucksuhrenorgel ist im Auftrag der Evangelischen Kirche von Westfalen anlässlich des 500. Reformationsjubiläums 2017 gestaltet worden, angeregt von KMD Andreas Fröhling (Gelsenkirchen). Entwickelt wurde sie vom Klangkünstler Erwin Stache, Beucha/Leipzig (www.erwin-stache.de).

Erwin Stache im Gemeindezentrum St. Viktor.

„Ein feste Burg ist unser Gott…“ kann die besondere Orgel spielen. Darüberhinaus Stücke von Händel, Beethoven, Mozart, Schumann. Der Kuckucksruf ist seit Jahrhunderten bis heute Gegenstand zahlreicher Vertonungen des klassischen konzertanten Repertoires und damit ein beliebtes Motiv in Werken für Orgel und unterschiedliche Instrumental-Ensembles. Mit der Kuckucksuhr hingegen verbindet sich oftmals das Bild eines Kitschobjektes mit vielen Verzierungen. Sie ist aber auch ein Klangobjekt mit zwei Orgelpfeifen oder elektronischen Tönen.

Vögel müssen sich „absprechen“

In der Kuckucksuhrenorgel des Klangkünstlers Erwin Stache hat jede Uhr zwei andere Töne, so dass bei entsprechender Koordination Melodien gespielt werden können. Über Blasebälge werden Orgelpfeifen mit Wind versorgt, die nicht versteckt in der Uhr untergebracht, sondern außen am Gehäuse montiert sind. Die Uhren sind elektronisch vernetzt, die Vögel müssen sich quasi „absprechen“, wann die Tür zu öffnen ist und welchen Ton sie singen müssen. Aufgrund der abwechslungsreichen Türaktionen entsteht eine amüsante Geschäftigkeit der Kuckucke, die ja jeweils nur zwei Töne besitzen und diese im richtigen Zeitpunkt zu singen haben und sich auch noch ständig bewegen müssen. Die musikalische Aktion wird so mit viel Witz und Humor auch zu einem theatralischen Erlebnis.

Ihr erstes Lied in Schwerte spielte die Kuckucksuhrenorgel am Freitag. Umrahmt wird sie von drei Konzerten in der Kirche:

  • „Recital quoo.koo“ am 14. Mai um 16 Uhr (in Kooperation mit dem Ruhrstadtorchester Schwerte), u.a. mit der Uraufführung des Stücks „quoo.koo!!“ für zwei Gitarren und Flöte von Jovan Pesec, das anlässlich der Klanginstallation komponiert wurde
  • „Zoologisches Orgelkonzert – Geflügeltes und nicht Geflügeltes“ am 21. Mai um 17 Uhr
  • „Concerto: il cucù: Vogelstimmen in der Musik“ am 28. Mai um 17 Uhr, Konzert für Violine und Klavier
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