Die Kunst von Harald Naegeli zu Gast in der Katholischen Akademie

Schwerte. Prof. Dr. Stefanie Lieb, Kuratorin in der Katholischen Akademie, erzählt von den Atelierbesuchen in Vorbereitung auf die Ausstellung und zeichnet das Bild einen Künstlers, der bis heute nichts von seiner leichtfüssigen Provokation verloren hat. Die Nähe zu Hans Arp ist deutlicher zu spüren in den ausgestellten Exponanten als die Nähe zu schreiend aggressiver Streetart von heute. Die tanzenden Linien, die sich über Steine legen und Figuren die mit Blitzen werfen oder Fische die sich auf Wanderschaft begeben. Die Poesie des studierten Musikers Harald Naegeli kennt keine Spartengrenzen und setzt einer Gesellschaft voller zwänge und Leistungsgedanken eine meditative und suchende Kunst gegenüber, die noch heute zu Prozessen und Diskussionen führt. Leider ist der Künstler zur Zeit erkrankt und so konnte er auf der Vernissage am Sonntag in der Katholischen Akademie nicht die wunderbare Stimme von Sopranistin Loise von Bülow hören, die tatsächlich nicht nur entfernt mit dem großen Loriot verwandt ist, sondern ebenso eindringlich wie ruhig die Stücke von Brahms und Alban Berg singt. Passgenau ausgewählt legen sie sich wie ein Maßanzug auf die Vernissage. Vasyl Humnytskyy  am Flügel und Renate Goretzki, als Gesprächsleitung aus Siegburg angereist, gestalteten den Abend.

Poetisch und niemals beendet

Und weil Harald Naegli nicht anwesend ist, rutscht unvermittelt der sanfte Chronist seiner Werke in den Fokus. Wolfgang Spiller, Ingenieur und durch und durch der Naturwissenschaft verbunden, hat sich einst mit seiner Kamera auf die Suche gemacht und fotografierte die tanzenden Strichzeichnungen ohne zu wissen, von wem sie stammen. Es kam, wie es kommen musste, die Männer lernen sich kennen und nach und nach baut sich eine Annäherung auf. Was die beiden Männer eint, ist wohl die hartnäckige, sanfte Beständigkeit, die bescheidene Arbeitsweise und die Suche im Alltag nach den Möglichkeiten. Eine gelungen Ausstellung, die diverse Aspekte des Werkes beleuchtet und mit den feinen Federzeichnungen – den Urwolken – eine Mischung aus zeichnerischem Tagebuch und kontinuierlicher zeichnerischer Auseinandersetzung präsentiert. Eindrucksvoll, poetisch und niemals beendet.

Transzendenz im Augenschein 33

„Der Tanz um das Nichts“

Harals Naegeli – Graffiti und Zeichnungen

(mit Fotografien von Wolfgang Spiller)

gefördert von der Dr. Carl Dörken Stiftung

Katholische Akademie Schwerte

Bergerhoferweg 24

58239 Schwerte

5. November 2017 bis 18. Februar 2018

weitere infos auf

www.akademie-schwerte.de

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