Die Nacht auf Weihnachten -Traditionen in unserer Partnergemeinde Pjatigorsk

Denn nicht umsonst ist jene Nacht erschienen,


in der als Menschenkind in diese Welt

geboren war der, dem die Engel dienen,

der Sohn des Vaters über’m Sternenzelt.

(Vladimir Solowjow, 24.12.1894)

Der Weihnachtsgruß aus Pjatigorsk

Liebe Freunde und Freundinnen, alle Gemeindemitgliedern und Pastoren und Pastorinnen sowie ihre Familien in unserer Partnerstadt  Schwerte!

Herzlichst gratulieren wir Euch  zum  heiligen, hellen, fröhlichen und friedlichen Fest der Weihnacht! Wir wünschen, dass  unsere Partnerschaftsbeziehung und unsere tiefe Freundschaft auch weiterhin wächst, so wollen wir sie  in Liebe und Freundschaft leben. Wir werden fuer Euch und mit Euch beten. Ihr werdet die Gnade Gottes bekommen für alle Eure guten Gedanken und die reichliche Unterstützung im Jahr 2017. Wir freuen uns mit Euch über den Fernsehgottesdienst am 7.1. 2018 in St. Viktor.  Wir feiern in Pjatigorsk an diesem Sonntag Weihnachten in unseren orthodoxen Kirchen.

Im Namen der Gemeindemitglieder in der Stadt Pjatigorsk, den AK-Mitgliedern Pjatigorsk – Schwerte und der neuen Leitung der Stadtadministration

Vater Anatolij Lobkov

Erzpriester und Beauftragter der Partnerschaften der Diöcese Pjatigorsk der Russischen Orthodoxen Kirche

Das Weihnachtsfest am 7. Januar

In Pjatigorsk feiert man Weihnachten sehr andächtig.

Wir befinden uns, wie gesagt in Pjatigorsk, im Nordkaukasus – der Partnergemeinde seit 1988 von St. Viktor in Schwerte, am Rande Europas, sozusagen auf der Brücke zu Asien. Weihnachten, das Fest der Geburt Christi steht in Russland hinter dem Osterfest, der Feier der Auferstehung Christi, etwas zu­rück, aber auch Weihnachten wird mit festlichem Gottesdienst, mit Lichterbaum, mit üppigem Es­sen und Einladungen im Freundeskreis begangen. Heute wird an die alten Feste der Russi­schen Orthodoxen Kirche wieder angeknüpft. Da die orthodoxe Kirche in Russland den Juliani­schen Kalender bewahrt hat, der im 21. Jahrhundert unserem Gregorianischen Kalender um 13 Tage voraus ist, fällt das Weihnachtsfest auf den 7. Januar.

Seit 1992 ist dieser Tag in Russland wieder offiziel­ler nationaler Feiertag. Jeder soll am Fest von Christi Geburt teilhaben. Anders als bei uns, wo sich die Hauptfeier auf den Heiligen Abend vor verschoben hat, liegt das wesentliche Feiern der Russen am 1. Feiertag und an den Tagen danach. Am Tage vor Weihnachten wurde nach or­thodoxer Tradition bis zum Aufleuchten des ersten Sterns, der als Weihnachtsstern begrüßt wurde, gefastet. In manchen russischen Gegenden legten die Bauern dann vor die Ikone und auf den Eßtisch eine Garbe mit vollem Korn, bezogen in das weihnachtliche Gebet mit der Fa­milie auch ein Gebet für reiche Ernte, in dem nun mit der Wintersonnenwende be­ginnenden Jahreszyklus, ein. Danach begann das Festmahl. Der Lichterbaum ist, wie wir es den Erzählun­gen aus Russland entnehmen können, mehr noch als bei uns, Zentrum der Begegnung von Freunden und Nachbarn über die eigene Familie hinaus.

Die russische Kochkunst

Im Kaukasus isst man viel frischen Schafskäse und andere Käsesorten. Käse ist auch Bestand­teil verschiedener heißer Gerichte. Zum Essen trinkt man immer trockenen Wein – weißen und roten. Bei feierlichen Essen, oder wenn Gäste im Haus sind, geht es nicht ohne ausgiebige Trinksprüche ab: Auf das Wohl und die Gesundheit aller Anwesenden! Zu diesen Anlässen werden herrliche polyphone Volkslieder gesungen. Viel Essen, viel Trinken, viel Reden und Singen, das ist kaukasische Tafelsitte. Für die kaukasische Küche spricht auch die Vielzahl gesunder Menschen im Kaukasus: Echte Kaukasier, besonders die in den Bergen, leben bis zu 150 Jahre und bleiben bis ins hohe Alter munter und arbeitslustig. Kein Wunder, denn der rei­che Geschmack der kaukasischen Gerichte ist unvergleichlich. Hier ein Beispiel für die Haupt­gerichte aus dem reich gefüllten Speisezettel der Weihnachtsfeste:

Tschanachi oder Hammelfleisch im Tontopf (3 – 4 Portionen)

  • 500 g fettes Hammelfleisch
  • Salz, Pfeffer
  • 500 g Kartoffeln
  • 4-5 mittelgroße Zwiebeln
  • 5-6 Auberginen
  • 30 g Fett vom Hammelschwanz
  • 500 g frische reife Tomaten
  • Petersilie (etwa 40 g)
  • scharfer roter Paprika
  • 1 Glas Tomatensaft

Das fette Hammelfleisch in Portionsstücke schneiden, salzen, stehenlassen. Die ge­schälten Kartoffeln grob würfeln, die Zwie­beln in Ringe schneiden. Die unzerteilten Auberginen wa­schen, einen Einschnitt ma­chen und in jede Aubergine etwas von dem gesalzenen und mit schwarzem Pfeffer ge­würzten Hammelfett geben (man kann auch feingehackte Petersilie und Koriander da­zugeben).

In einem glasierten Tontopf zuerst die Fleischstücke, dann Kartoffeln, Auberginen und darauf die Zwiebeln und die ganzen Tomaten legen, mit feingehackter Petersilie bestreuen, etwas Pa­prika und Salz zufügen. alles mit Tomatensaft begießen, in den Backofen stellen und etwa 2 Stunden garen lassen. Im Topf auftragen. Man kann dieses Gericht in einem großen oder meh­reren kleinen Tontöpfen zubereiten.

Tschanachi ist sehr gut geeignet für eine größere Zahl von Personen, wenn man die angegebe­nen Mengen verdoppelt oder verdreifacht. Die Köchin oder der Koch kann diesen köstlichen Eintopf schon vor dem Eintreffen der Gäste in Ruhe vorberei­ten und braucht ihn dann nur noch in den Ofen zu schieben.

 

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