Die Röllingwiese: Das Wasser kommt wieder und damit die Vögel

Westhofen. Wegen notwendiger Bauarbeiten der Wasserwerke Westfalen musste der Wasserspiegel der Ruhr Ende letzten Jahres für rund sechs Wochen abgesenkt werden, was zum Leerlaufen der Röllingwiese führte. „Die Röllingwiese war völlig trocken gefallen, alle Enten und Wasservögel verschwanden, selbst die Wasserpflanzen starben ab“, sagt Dieter Ackermann von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON).


Seit dem 9. Dezember 2017 steigt das Wasser wieder langsam. Von dem vor gut zwei Jahren errichteten Beobachtungsstand aus können die Naturschützer und Naturliebhaber beobachten wie sich viele Entenarten, einige Greifvögel und Reiher das Gebiet zurückerobern. Gerhard Sauer, Mitglied der AGON, zieht es jeden Tag in den Beobachtungsstand. „Ich registriere, was hier los ist“, sagt er und zählt die unterschiedlichen Arten der von ihm erspähten Vögel auf: Spieß-, Stock-, Schnatter-, Pfeifenten, Mäusebussard, Sperber, Turmfalke, Habicht, Silber- und Graureiher. „Weit über 100 Arten kommen hier vor. Hauptsächlich Vogelzug. Im Moment haben wir viele Wintergäste“, weiß Dieter Ackermann.

Ausweisung als Naturschutzgebiet

Mehr als 20 Interessierte kamen heute, um über den Naturschutz im Allgemeinen und die Röllingwiese im Besonderen zu diskutieren und sich zu informieren. Foto: Christel R. Radix

Doch die Vögel benötigen Futter. Der AGON schwebt vor, dass sich durch einen kleinen Durchlass in der Ruhr Fische in der überfluteten Röllingwiese ansiedeln könnten. Und um die Wasserfläche der Röllingwiese unabhängiger vom Wasserstand der Ruhr zu machen, hat die AGON bereits im April 2017 der Bezirksregierung Arnsberg als Planungsbehörde eine Verbindung Wannebach vorgeschlagen. „Wahrscheinlich wird die Röllingwiese als Naturschutzgebiet ausgewiesen“, hofft Dieter Ackermann, denn die Fläche ist im Gebietsentwicklungs- bzw. Regionalplan als Gebiet zum Schutz der Natur ausgewiesen, und kann somit durch den Kreis Unna in einer späteren Änderung des Landschaftsplans Schwerte als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Landschaftspark verträgt sich nicht mit Naturschutz

Auch wurde der Wunsch einiger Ratsmitglieder angesprochen, die Flächen für einen Landschaftspark zur Naherholung und Freizeitgestaltung mit attraktiven Rundwegen für Radfahrer und Wanderer in den Ruhrauen zu öffnen. „Das hat mit Naturschutz nichts zu tun. Landschaftspark verträgt sich nicht mit Naturschutz“, so Ackermann. Wege seien reichlich vorhanden. Eine große Bedrohung für die Vögel gehe von den freilaufenden Hunden aus, die die Vögel aufschreckten und, wie beobachtet, auch wilderten.

Dass die Ratsmitglieder, die einen Landschaftspark errichtet sehen möchten, bislang keine Mehrheit hätten, wusste Stadtplaner Adrian Mork zu berichten. „Die Stadtverwaltung unterstützt die Renaturierung der Ruhrauen. Nicht nur hier geschützte Bereiche sind wichtig. Ein Miteinander von Mensch und Natur ist notwendig. Der Erlebniswert ist hoch, wir haben genug Wege“, so der bekennender Hobby-Ornithologe Adrian Mork. Auch sprach Mork an, dass die Stadtverwaltung die Renaturierung des Mühlenstranges und des Elsebachs im Blick habe. Dafür seien Planverfahren notwernig, dass werde in den kommenden fünf Jahren das Ziel sein.

 

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