Dortmunder Möbelhaus-Pläne sorgen für Unmut

Schwerte. Zwei große Möbelhäuser planen Niederlassungen in Dortmund. Und zwar will die österreichische XXXLutz-Gruppe in der Dortmunder Nordstadt, Ecke Bornstraße/Hildastraße, ein Möbelhaus mit 40 000 Quadratmeter Verkaufsfläche, und das bayrische Einrichtungshaus Segmüller im Dortmunder Indupark am Sorbenweg ein Haus mit 45 000 Quadratmeter Verkaufsfläche errichten. Dem Vernehmen nach ist die Dortmunder Stadtspitze von diesem Vorhaben sehr angetan. Im Gegensatz zu den Nachbargemeinden, zu denen auch Schwerte zählt.


„Wir sind in großer Sorge, was unsere eigene Innenstädte angeht“, sagten unisono Stadtplaner Adrian Mork, Michal Reuper, Geschäftsführer des gleichnamigen Möbelhauses in Geisecke und Peter Rienhöfer, Vorsitzender der Schwerter Werbegemeinschaft. Gemeinsam hatten sie heute zu einer Medieninformation zu diesem Thema ins Rathaus eingeladen.

Acht- bis neunmal Reuper

Die Stadt Schwerte werde sich mit dem geplanten Bau der Möbelhäuser nicht abfinden, „weil sie dem hiesigen Handel großen Schaden zufügen werden“, erklärte Fachbereichsleiter Adrian Mork. Und: „Ihnen wird acht bis neun Mal Reuper präsentiert werden.“ Es wird befürchtet, dass dem Schwerter Einzelhandel, mit einer innerstädtischen Verkaufsfläche von 19 000 Quadratmeter, und dem Möbelhaus Reuper Kaufkraft entzogen wird. Denn das Angebot enthält nicht nur Möbel. Es geht um das sogenannte Rand- oder Fachsortiment wie Accessoires, Glas, Dekoartikel oder Porzellan, dass XXXL als auch Segmüller auf je 2500 Quadratmetern anbieten wollen.

Es müsse im regionalen Konsens gearbeitet werden, nicht gegeneinander. „Es müssen Gespräche geführt werden. Dortmund ist am Zug, wir können nur eine Einladung aussprechen – und das tun wir gerne“, unterstrich Adrian Mork. Denn bislang seien immer Lösungen gefunden worden, wenn Ansiedlungen in Nachbargemeinden anstanden.

Abbau von Arbeitsplätzen wird befürchtet

„Man darf Dortmund nicht isoliert sehen“, so Michael Reuper. Es müsse über die Region Ruhr gesprochen werden. „Wir haben hier eine große Dichte an Möbelhäusern. Ich glaube, so eine Konzentration gibt es in ganz Deutschland nicht.“ Das Gutachten besage, dass die umliegenden Mitbewerber 25 bis 30 Prozent Umsatz verlieren werden. Das könne zu Arbeitsplatzverlusten und bei einigen schon an die Existenz gehen, so Reupers Prognose.

Nach einem vorliegenden Verträglichkeitsgutachten beträgt die Kaufkraft im Sortiment Möbel in Dortmund 193,8 Millionen Euro. Doch davon blieben nur 63 Prozent bei entsprechenden Anbietern in Dortmund, 37 Prozent flössen in andere Städte ab. Dortmund will durch die Ansiedlung der zwei Möbelhäuser Kaufkraft wieder zurückholen. Ein Argument, dass Schwertes Stadtplaner auch auf Schwerte anwendet. Doch zuerst „sind Bauleitverfahren notwendig“, erklärte Adrian Mork, „wir müssen von Dortmund gehört werden.“

 

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Kommentare

Comments

  • C. Vieweg 12. Januar 2018 at 10:44

    ok, 25 bis 30 Prozent Umsatzverlust sind natürlich schon eine Menge.
    Aber über die Tatsache, dass in den 80er Jahren, als Reuper und Zurbrüggen ihre Geschäfte eröffneten und die Möbel zu Preisen verkauften, die unter den Einkaufspreisen der damals ansässigen kleinen, seit Jahrzehnten etablierten Möbelgeschäfte in den Innenstädten lagen und Ihnen damit die Existenzgrundlagen entzogen wurde, wird heute großzügig hinweggesehen….
    Die Geschichte wiederholt sich halt….

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