Anzeige


Ein guter Tag für Wandhofen: Rat stimmt Nutzungsvertrag für den Friedhof zu

Wandhofen. Das war eine Entscheidung ganz nach dem Geschmack von Dieter Schmikowski. Denn sein Kampf , Seite an Seite mit Bürgerinnen und Bürgern aus Wandhofen, hat Erfolg gehabt. Der Wandhofener Friedhof nämlich bleibt erhalten, beschloss der Rat der Stadt Schwerte in seiner Sitzung am Mittwoch. Jetzt wird der Friedhof über einen Betriebs- und Unterhaltungsvertrag an die Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Friedhofs in Wandhofen, deren Sprecher Dieter Schmikowski ist, übergeben.

Widerstand rief das bei der CDU und FDP-Ratsfrau Renate Goeke hervor. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, versicherte der Fraktionsvorsitzende Marco Kordt, verwies aber auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Friedhöfe, die eine Schließung des Wandhofener Friedhofs vorgesehen hatte. Die Initiative der Interessengemeinschaft sei ehrenvoll, verzögere aber nur die Thematik. Kordt glaubt, dass das Thema schon in den nächsten zwei, drei Jahren wieder anstehen wird und traf damit auch den Nerv seines Fraktionskollegen Egon Schrezenmaier, der Kritik an den Strukturen der Interessengemeinschaft übte und sagte: „Da steckt keine Zukunft drin“.

Alle übrigen Fraktionen hielten es hingegen mit dem Vertrauen ins bürgerschaftliche Engagement. „Vielleicht wird das ja ein Zukunftsmodell“, gab Andreas Czichowski (WfS) zu bedenken. Und so endete die Abstimmung mit einem 21:15 für die Übetragung des Friedhofs.

Kostenunterdeckung fließt in Gebührenkalkulation

Die Kostenunterdeckung für alle städtischen Friedhöfe aus dem Jahr 2014 in Höhe von 153000 Euro wird in der Friedhofsgebührenkalkulation für 2018 einfließen. Das wird zu einem Anstieg der Gebühren führen. Die Gebührensätze für Nutzungsrechte werden weiterhin als Einheitsgebühr für alle städtischen Friedhöfe kalkuliert. Die besagte Unterdeckung über den allgemeinen Haushalt auszugleichen, wollten nur die Grünen. Alle anderen lehnten das vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage ab. SPD-Fraktionschefin Angelika Schröder wollten diesen Punkt schon in der Sitzung des Finanzausschusses in die Haushaltsberatungen überführen, fand damit aber keine Mehrheit.

Das Vorhaben des Fürsten Bentheim-Tecklenburg, auf den Höhen des Bürenbruchs auf seinem Privatbesitz einen Begräbniswald zu errichten, wurde erst einmal auf Eis gelegt. Bevor man sich dieses Themas erneut widmet, sollen erst die jüngsten Mechanismen zur Stabilisierung der Gebühren beurteilt werden.

Weitere Entscheidungen

Mit Blick auf die notwendige Reduktion von Flächen und einer damit einhergehenden Stabilisierung von Gebühren wurden in Bezug auf die städtischen Friedhöfe u.a. noch diese Entscheidungen getroffen:

  1. Auf den städtischen Friedhöfen werden unbelegte Freiflächen, die auch zukünftig nicht für Bestat­tungszwecke vorzuhalten sind – insbesondere Flächen in den Randbereichen der Friedhöfe – zum 01.2018 geschlossen und entwidmet.
  2. Auf den städtischen Friedhöfen werden über ein gezieltes Flächenmanagement noch belegte Rand­flächen freigezogen, um diese im Anschluss schließen und entwidmen zu können.
  3. Für noch bestehende Nutzungsrechte auf diesen Randflächen wird für Bedarfsfälle eine besondere Umbettungsregelung zu Lasten der Stadt Schwerte in die Friedhofssatzung aufgenommen.
  4. Die Verwaltung wird beauftragt, für eine südöstlich gelegene Teilfläche (neben Feld H bzw. D) des Friedhofs Westhofen (Erbbaurechtsfläche) einen Betreiber für einen Tierfriedhof zu finden und einen entsprechenden Nutzungsvertrag abzuschließen.
  5. Eine westlich gelegene Teilfläche auf dem Friedhof Villigst wird geschlossen und entwidmet und dem an die Friedhofsfläche angrenzenden Baby-/Generationenwald zugeordnet.
  6. Die Trauerhalle auf dem Friedhof Wandhofen bleibt für die Dauer des Betriebs- und Unterhal­tungsvertrages mit der IG Wandhofen in Betrieb. Es erfolgt jedoch keine Sa­nierung / Renovierung durch die Stadt Schwerte. Sollten die Verkehrs- bzw. Standsicherheit der Trauerhalle gefährdet sein und zur Behebung dieser Mängel finanzielle Aufwendungen nötig werden, befasst sich der Rat der Stadt Schwerte erneut mit der Zukunft der Trauerhalle.
Print Friendly

Kommentare

Über den Autor