Engel der Kulturen – Ein Symbol für die Verbundenheit der Religionen

Die Intarsie ist verlegt. Fotos: Ingo Rous

Schwerte. Einer von mittlerweile schon vielen Engeln der Kulturen hat nun dauerhaft seinen Platz in Schwerte gefunden. Am Sonntag wurde die Intarsie nach einer Reise der Religionen durch Schwerte am Rathaus verlegt. Dort soll sie ein Symbol sein für die Verbundenheit der Menschen und der Religionen, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. „Aus dem Kreis lässt sich keine Gruppe herauslösen, ohne dass die anderen beschädigt werden“, erklärte Künstlerin Carmen Dietrich vor dem Rathaus.

Gemeinsam mit ihrem Partner Gregor Merten hat sie in die angespannte Situation zwischen den drei abrahamitischen Weltreligionen Islam, Juden- und Christentum als bildende Künstler den Engel der Kulturen als vermittelndes Symbol eingebracht. Durch Einbeziehung von BürgerInnen, VertreterInnen der Öffentlichkeit und der Religionen in die dazu dienenden Kunstaktionen formt sich eine soziale Skulptur, die den Wunsch vieler nach Zusammenleben in Gleichberechtigung und friedlicher Verbundenheit zum Ausdruck bringt und so entschieden rechtsextremen, fremdenfeindlichen, antisemitischen und islamophoben Tendenzen entgegenwirkt.

engel9h

So sahen die Sandintarsien aus.

Danke „für diese schöne Aktion“

„In einem intensiven Findungsprozeß haben wir die Symbole der drei abrahamischen Religionen – den Halbmond, den Stern und das Kreuz – in variierter Weise zu einander in Beziehung gesetzt, bis die nun vorliegende Form entwickelt war, in der sie sich in ausgewogener Relation auf einer runden Fläche gruppieren“, erklären die Künstler auf ihrer Homepage. Dabei ist, eher zufällig, der Umriss eines Engels entstanden.

Die Aktion in Schwerte wurde gemeinsam von der Muslimischen Gemeinde, der Evangelischen und Katholischen Gemeinde, der Jüdischen Gemeinde „haKochaw“ und dem Integrationsrat getragen. An die Spitze hatte sich der Lions Cub Schwerte Caelestia gesetzt. Und die wiederum haben die Albert-Schweitzer-Schule, die Grundschule Villigst, die Eintrachtschule und die Realschule am Bohlgarten mit einbeziehen können; Schülerinnen und Schüler hatten ihre Beiträge in einer Ausstellung im Foyer des Rathauses zusammengefasst. Eine gesangliche Einlage boten Kinder aus den kirchlichen Kindergärten vor der St. Viktorkirche.

Bürgermeister Heinrich Böckelühr dankte allen Beteiligten „für diese schöne Aktion, in der Kulturen und Religionen verbunden werden“. Er sei total begeistert, dass so viele Menschen die Aktion begleitet haben. Rund 300 Menschen, so wurde geschätzt, hatten den Gang der Religionen begleitet – von der Moschee im Beckenkamp über den Werner-Steinem-Platz und der St. Viktorkirche zum Rathaus. Für sie gab es im Bürgersaal noch ein paar kulinarische Köstlichkeiten.

Bitte beachten Sie auch unsere Diashow und das Blickwinkel-Video mit handelnden Personen wie Hüseyin Bektas (Diyanet), Natalia Verzhbovska (Rabinierin) sowie die Pfarrer Peter Iwan und Michael Kamutzki zeigen.

Print Friendly

Über den Autor