Ergreifende Totenmesse

Schwerte. Der Chor der Konzertgesellschaft, der Oratorienchor der Stadt Kamen, die Neue Philharmonie Westfalen und ein Solistenquartett, unter der Gesamtleitung von Franz Leo Matzerath brachten das Requiem op. 89 von Antonín Dvořák auf die Bühne des Freischütz – ein überwältigendes, bewegendes Konzert.


Mit dem November, der geprägt ist von Stille und Dunkelheit, ist das Thema Trauer, nicht nur wegen der Gedenktage, eng verbunden. Die Programme der Konzerte werden von Messen großer Komponisten bestimmt. Mit der Aufführung von Dvoraks Requiem gelang den Aufführenden den Konzertbesuchern eine ergreifende Totenmesse, voller Dramatik mit poetischem Kern, bravourös zu bieten.

Expressiver Konzertabend

Das zu den großen kirchenmusikalischen Werken des tschechischen Komponisten zählende Requiem, komponierte Dvorak 1890 als Auftragswerk für  das Musikfestival in Birmingham. Im Oktober 1891 wurde dieses Werk unter dem Dirigat Dvoraks beim Birmingham Music Festival uraufgeführt. Das Requiem von Antonin Dvořák ist eines der anspruchsvollsten Werke der chorsinfonischen Musikliteratur und mit einer Dauer von knapp zwei Stunden eines der längsten Chorwerke überhaupt. Im Mittelpunkt des Textes steht die Kraft des Glaubens an Gott und dessen Stärkung.

Die Solisten Hiltrud Kuhlmann, Michaela Unsinn, Stephan Boving und Markus Volpert (v.li.).

Der homogene Chorklang, brillante Gesangssolisten, die auch im Ensemble zu glänzen wussten, die souveränen, die Dichte des Werkes exzellent beherrschenden Instrumentalisten, trugen durch einen expressiven Konzertabend. Der Chor der Konzertgesellschaft, der Oratorienchor der Stadt Kamen, die Neue Philharmonie und die Solisten Hiltrud Kuhlmann, Sopran, Michaela Unsinn, Alt, Stephan Bovin, Tenor, und Markus Volpert, Bass, präsentierten sich in ausgezeichneter Form.

Musikalisch eindringlich

Fein nuanciert, mit großer Klangfülle und Klangschönheit interpretierte der vierstimmig gemischte Chor das Requiem mit musikalischer Eindringlichkeit. Die Choristen umspielten die Solisten und traten in eine Art Dialog mit ihnen. Der große dramatische Bogen wurde in musikalischer Eindringlichkeit gespannt. Leuchtend der Sopran von Hiltrud Kuhlmann, erhaben erklang die Altistin Michaela Unsinn, klangschön und feierlich sangen Stephan Boving und Markus Volpert ihre Partien. Effektvoll und präzise spielten die exzellenten Instrumentalisten den anspruchsvollen Orchesterpart. Chor, Solisten und Orchester unter dem Dirigat von Franz Leo Matzerath gelang es, eine gewaltige Spannbreite der Emotionen hörbar zu machen und mit einem feinen Gespür für Dramatik das Requiem zu einer mitreißenden Aufführung zu gestalten.

Franz Leo Matzerath.

 

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