Felix Tinnefeld: Ein Lehrer mit Fernweh

Schwerte. Felix Tinnefeld ist von Zeit zu Zeit mit Fernweh geplagt. Fahrradtour durch Asien oder jetzt gerade zurück von den Indianern in Brasilien. Pauschaltourismus kommt für den ambitionierten Fotografen mit Ergster Wurzeln nicht in Frage. „Da bin ich frei und lasse alles hinter mir,“ sagt der Lehrer für Sport und Erdkunde plant bereits für den Herbst die nächste Reise: „Wieder nach Afrika,“ und auf die Frage nach einem Lieblingsbild kommt die Antwort prompt: „Hier ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind einfach sehr deutlich und die diagonale Blickwichtung unterstützt die Wirkung des Bildes.“ Per Low-Key Technik löst er die Konturen und Schattierungen und stellt eine besondere Nähe her:

„Tatsächlich ist mir wichtig, dass sich meine Porträtierten nicht bezahlen lassen und freiwillig kommen, inzwischen war ich fünf Mal vor Ort und so wächst das Vertrauen.“ Felix Tinnefeld bindet seine Erlebnisse in den Unterricht ein, ist froh, dass ihn seine Schüler der Foto AG auch im Museum besuchen und findet seine Sehnsucht nach der Ferne ganz normal. „Ich habe jetzt erfahren, dass bereits vor 500 Jahren der erste Mensch aus Schwerte nach Äthiopien reiste: Mich würde es nicht wundern.“  Die weichen und tiefen Aufnahmen läßt der genaue Ästhet  auf Baumwollpapier aus Letmathe drucken: „Das ist einfach ein riesiger Unterschied und dieses Material wird auch für den Galeriedruck verwandt. Für mich ist das Wertschätzung und ich schaue schon bei der Nachbearbeitung ganz genau.“  Bei soviel Akkuratesse ist dann die Reise in die Ferne unter einfachsten Bedingungen genau der passende Ausgleich. Da bleibt das Sakko dann im Schrank.

Eine Ausstellung mit Bildern von ihm ist derzeit im Ruhrtalmuseum zu sehen. Ausstellungsende ist der 6. Oktober.

Suri – Stolzes Volk am Omo Fluss: Felix Tinnefeld stellt seine Fotos aus

 

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