Ferien bei Oma – Geburtstagsabend für Rosemarie Trockel

Schwerte. Sektgläser stehen bereit, die Flyer an den Scheiben markieren eine 65 und schon seit Monaten bereiten sich die Akteure der „Schwerter Mitte“ mit ihrem Projekt rund um Rosemarie Trockel auf einen besonderen Abend vor. Die Schwerter Künstlerin Germaine Richter und eine ganze Reihe Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben sich eine Ikone moderner Kunst mit Bezug zur Ruhrstadt auf die Agenda gesetzt. Birgit Wippermann und Martina Horstendahl, Gudrun Körber, Klaus Irmscher und Eva Hammadou rücken ein Thema rund um St. Viktor in den Mittelpunkt, das viele Schwerter über Lebensstationen begleitet hat: Die Kunst von Rosemarie Trockel.

Stroh zu Gold, Heu zu Stroh oder bleibt doch alles beim alten?

Germaine Richter führte in die Kunst von Rosemarie Trockel ein.

„Sie hat nicht hier gelebt, aber oft ihre Ferien bei der Oma mütterlicherseits in Schwerte verbracht,“ sortiert Germaine Richter in ihrem ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Vortrag ein und verweist auf all die Aktionen, die bereits in Schwerte gelaufen sind. Der kleine rührige Kunstverein setzte immer wieder Zeichen und Markpunkte in der Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern und mit der berühmten und zurückgezogen lebenden „Tochter“ dieser Stadt. Das macht Lust auf mehr: mehr Kunst, mehr Aktion, mehr Auseinandersetzung mit dem was Kunst als Kommentar und Anregung geben kann – gerade die Kunst von Rosemarie Trockel. „Sie setzt Pflöcke ein, sie ist verständlich und sie zitiert und entwickelt weiter.“ Germaine Richter , die für Vorträge zum Thema angefragt werden kann, schätzt an Trockel ihre Authentizität und begleitet die Künstlerin in ihrer Arbeit seit Jahrzehnten: „ Ich könnte Ihnen noch Stunden erzählen,“ sagt sie, klickt rasch durch ein paar Dias und erzeugt in der ihr eignen sanften Art den Druck und das Verlangen nach Vertiefung.

Wo kommst du her – wo willst du hin?

Brigitte Mosebach schreibt eine Geburttagskarte an Rosemarie Trockel.

Das ist intelligent und im vollbesetzten Schwerter Ruhrtalmuseum sind bei den Gästen alle Antennen und Sensoren auf Fortführung eingestellt. Da kommt Gudrun Körber mit der Ankündigung gerade recht, Schulklassen für die Kunst von Rosemarie Trockel zu sensibilisieren. Eine Art Wettbewerb ist angedacht, und nach all den Initiativen zu Mint und Co wäre das ein Beitrag, der an die Trockel-Losung: „Endlich ahnen, nicht nur wissen“ anknüpft und ein Gegenmodell anbietet. Da müssen sich dann die Naturwissenschaftler dick anziehen und der Diskurs zu Lebenshaltung und Gesellschaft kommt in eine neue Ebene. Spannend, viel Saft, viel Kraft und noch mehr Kunst wünschen sich die Beteiligten. Nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme weitergeben – die Gläser stehen bereit, die Gäste kommen. Was sagt wahrscheinlich Rosemarie Trockel zum Thema Asche? „I don´t kehr!“

Happy birthday, Rosemarie Trockel

Zitate

„Wolle und Stricken – was uns warmhält, ist nicht der Faden, sondern die Luft dazwischen.“

Germaine Richter, Künstlerin

 

„Um so erstaunlicher ist das Ranking – weil sie eine Frau ist.“

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte Birgit Wippermann

 

„Putzen und Kochen in der Form, Herdplatten und Strickmuster…? (lacht) Also, das ist außerhalb meiner regulären Lebenswirklichkeit.“

Antje Gerber, ehemalige FBG-Schülerin, Generation nach Trockel.

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