Heinrich Böckelühr: Eine persönliche Erklärung zum Abschied

Schwerte. Anlässlich seines Abschieds als Bürgermeister gibt Heinrich Böckelühr die nachfolgende Persönliche Erklärung ab.

Liebe Schwerterinnen und Schwerter,

am 16. Oktober 2017 trete ich das Amt des Präsidenten der Gemeindeprüfungsanstalt NRW in Herne an. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat mich im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat der GPA in dieses Amt berufen. Mein Ziel ist es, in dieser Funktion die Rolle der Gemeindeprüfungsanstalt NRW als Ansprechpartner der Kommunen weiter zu stärken und an den Bedürfnissen der Gemeinden, Städte und Kreise auszurichten. Meine Eingebundenheit in die kommunale Familie und die langjährige Tätigkeit und Erfahrung im kommunalpolitischen Bereich sind mir dabei sicherlich nützlich.

Der mit der Übernahme der neuen Aufgabe verbundene Abschied vom Amt des Bürgermeisters fällt mir nicht leicht. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwerte haben mich viermal in Folge zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Ein Amt, das ich jetzt 18 Jahre ausüben dufte. Es war mir eine Ehre, unserer Stadt Schwerte in dieser herausgehobenen Position dienen zu dürfen. Zusammen gerechnet kann ich heute auf 40 Jahre kommunalpolitische Arbeit in und für meine Heimatstadt zurückblicken. Ich habe gerne, nach besten Kräften und mit großer Leidenschaft für die Interessen der Menschen in unserer Stadt gearbeitet.

Fundament und Motivation meiner Zeit als Bürgermeister waren eine engagiert mitarbeitende Bürgerschaft, eine gut funktionierende Verwaltung, eine meist sachliche Arbeitsatmosphäre im Rat der Stadt Schwerte und der notwendige Rückhalt durch meine Familie.

Bürgernähe nie ein leeres Wort

Bürgernähe war für mich nie ein leeres Wort, sondern Ausdruck meines Amtsverständnisses. Wichtig war mir immer der direkte und persönliche Kontakt zu den Schwerterinnen und Schwertern. Ob meine regelmäßigen offenen Sprechstunden in den Sommermonaten in der Fußgängerzone, der Aufbau eines Lob- und Beschwerdemanagements für die Bürgerschaft im Büro des Bürgermeisters, meine Teilnahme an Veranstaltungen der zahlreichen Vereine, Verbände und Gruppierungen unserer Stadt oder der „Plausch mal eben so“, wenn man sich auf der Straße begegnet ist. Ich habe versucht, mich um ihre Anliegen zu kümmern und mit den Beschäftigten im Rathaus Lösungen zu finden.

Gemeinsam haben wir die Zukunft unserer Stadt gestaltet.

Eine starke Stadt lebt von einer aktiven Bürgerschaft. Deshalb war für mich die Förderung des ausgeprägten ehrenamtlichen Engagements kein Lippenbekenntnis, sondern hat stets meine aktive Unterstützung und Wertschätzung erfahren. Wir können stolz sein auf die vielen Menschen, die sich in sozialen Einrichtungen, den Kirchen, Sport- und kulturtragenden Vereinen, Selbsthilfegruppen, Fördervereinen, Hilfsorganisationen oder der freiwilligen Feuerwehr engagieren. Sie alle bereichern das Zusammenleben in Schwerte.

Gemeinsam haben wir das Miteinander und nicht das Neben- oder Gegeneinander gefördert. Mit vielen kleinen Schritten konnte viel bewirkt werden, um in Schwerte ein Klima von Toleranz und Offenheit zu schaffen. Es war mir immer ein Herzensanliegen, dass sich auch die Menschen aus den verschiedenen kulturellen, ethnischen und nationalen Gruppen in Schwerte willkommen fühlen und hier eine Heimat haben.

„Ich bleibe Bürger unserer Stadt“

Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren Ideen zur Stärkung der Innenstadt und des Bahnhofsumfeldes entwickelt. Der barrierefreie Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofes und des Bahnhofsvorplatzes konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden. Der Umbau des Bahnhofsgebäudes mit Aufzügen zu allen Bahnsteigen und moderner Leittechnik befindet sich in der Umsetzung. Mit der Umgestaltung der Bahnhofsstraße wurde ebenfalls begonnen und wird durch die weiteren Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Innenstadt über Fußgängerzone, Marktplatz und Wuckenhof bis zur Rohrmeisterei fortgeführt. Dazu gehört auch das neue Begegnungszentrum rund um St. Viktor. Auch hier bringen sich bürgerschaftlich organisierten Gruppen aktiv mit ihren Ideen ein und bereiten mit ihrer Arbeit den Baustart für den Umbau von Ruhrtalmuseum und ehemaliger Marktschänke vor.

Es ist mir wichtig, zum Abschied Ihnen allen zu danken – für viele gute Gespräche, ein vertrauensvolles und konstruktives Miteinander, für Ihr Verständnis, Ihre Ideen oder Vorschläge, die Stadt Schwerte jeden Tag ein Stückchen weiter voran zu bringen. Es war mir eine Ehre, mit so vielen engagierten Menschen unserer Hansestadt an der Ruhr zusammenarbeiten zu dürfen.

Trotz meiner neuen Aufgabe bleibe ich auch weiterhin Bürger unserer schönen Stadt und sage heute, liebe Schwerterinnen und Schwerter, einfach nur „Auf Wiedersehen“.

Wir sehen uns bestimmt!

Ihr

Heinrich Böckelühr
Bürgermeister der Stadt Schwerte

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Kommentare

Comments

  • Stefan Bockmann 10. Oktober 2017 at 15:19

    Muss Herrn Schmidt in seiner Einschätzung leider zustimmen.
    Gerade die Führungspositionen des Rathauses sind oftmals mit alten Weggefährten von Herrn Böckelühr besetzt, statt mit kompetentem Fachpersonal, das der jeweiligen Aufgabe gewachsen ist.
    Dies führt zu für den Bürger wenig nachvollziehbaren Entscheidungen.

    Ich wünsche mir einen künftigen Schwerter Bürgermeister, der mit Sachverstand und Ratio Probleme löst, statt „Bierfest-Wahlkampf“ zu machen.

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  • Marcus Schmidt 9. Oktober 2017 at 14:42

    Vermissen werde ich Herrn Böckelühr nicht. U. a. die genannten Projekte aus jüngster Vergangenheit, wie der Umbau des Omnibusbahnhofs und des Bahnhofsvorplatzes, sowie weitere Vorhaben wie z. B. der Umzug der Grundschule Ergste und der damit erforderlich gewordene Umbau der Schule an der Ruhr sind aus Zeit- oder Kostengründen bzw. aus Zeit und Kostengründen aus dem Ruder gelaufen.

    In einem Besuch der Bürgersprechstunde habe ich am eigenen Leib erfahren wie der scheidende Bürgermeister mit Bürgern umgegangen ist, die sich kritisch mit Plänen und Vorhaben der Verwaltung beschäftigen. Bürgernähe stelle ich mir persönlich anders vor.

    Ein ausgeglichenen Haushalt hinterlässt Herr Böckelühr auch nicht. Es bleibt zu hoffen, dass er als Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt NRW den Ansprechpartnern der Kommunen die richtigen Tipps geben kann, um das in 18 Jahren nicht erreichte Ziel anderen Städten zu ermöglichen.

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