Kandidatenrunde der RN lockt 800 Menschen in die Rohrmeisterei

Schwerte. Die ersten Besucherinnen und Besucher standen am Dienstag schon um 17.30 Uhr vor dem Eingang zur Halle 3 der Rohrmeisterei – eine Stunde vor dem geplanten Einlass zur Bürgermeisterkandidatenrunde, professionell geplant und ausgeführt von den Ruhr Nachrichten und der Rohrmeisterei. Als es dann um 19 Uhr losging, hatten gut 800 Menschen ihre Plätze in der proppenvollen Arena gesucht und gefunden. Ja, die Kollegen dürfen stolz und zufrieden sein über diese Resonanz. Nur einmal hatten die Moderatoren Heiko Mühlbauer, Lokalchef der RN, und seine reizende Kollegin Petra Berkenbusch die Rechnung ohne ihr Publikum gemacht.


Kein Onlinevoting

Denn sie hatten ein Smartphone-Onlinevoting geplant, das eine Entscheidung darüber bringen sollte, welchen vier der sechs Kandidaten genauer auf den Zahn gefühlt werden sollte. Zwei hätten also das Podium verlassen müssen – nein, votierte das Publikum lautstark, alle sollten bleiben. Und so rückten Gregor Podeschwa, Adrian Mork, Christiane Ganske, Dirk Hanné, Dimitrios Axourgos und Stefan Barthel im Sechserpack näher zusammen und befassten sich mit Themen wie Sauberkeit, Verkehr, Schule und Leerstände in der City – Themen, die in Schwerte bewegen.

Keine Überraschungen

Überraschende Aussagen darüber gab es nicht. Die Kandidaten und die Kandidatin hielten an ihren bekannten Schwerpunkten fest. Für Adrian Mork sind das mit Blick auf den Verkehr die Osttangente und der Kreisel in Ergste, für Dimitrios Axourgos mit Blick auf Sauberkeit und Projekte ein Aktionsplan „Sauberes Schwerte“ und ein entschiedener Kampf gegen die Privatisierung des städtischen Baubetriebshofes. Dirk Hanné will hinsichtlich der Sauberkeit schon am Samstag persönlich auf dem Kleinen Markt Hand anlegen, Gregor Podeschwa warf der Verwaltung in diesem Zusammenhang vor, sie vernachlässige ihre Aufgaben.

Donnerstag im Schützenheim

Hinsichtlich der Leerstände in der City denkt Christiane Ganske über eine gemeinsame Onlineplattform für den Schwerter Einzelhandel als Gegengewicht zu Amazon und Co. nach. Adrian Mork berichtete von der Installation eines professionellen City-Managements und über viel zu hohe Mieten für Geschäftsflächen. Parkplätze und Barrierefreiheit wurden thematisiert, ein familienfreundliches Schwerte möchte Dimitrios Axourgos bauen. Attraktivitätssteigerung ist das Zauberwort für den künftigen Bürgermeister oder die künftige Bürgermeisterin. Alles Themen, die angerissen wurden, damit sich der Schwerter und die Schwerterinnen ein Bild machen können über die künftige Stadtspitze.

Das geht übrigens am Donnerstag schon weiter mit einem Podium im Geisecker Schützenheim (Unnaer Straße). Stadtkönig Axel Schneider hat eingeladen, alle Schwerter Schützenvereine und alle Kandidaten. „Alle haben ihr Kommen zugesagt“, sagt Axel Schneider. Beginn ist um 19 Uhr.

BLICKWINKEL

Über die öffentliche Kandidatenrunde berichten die RN ausführlich in ihrer Donnerstagausgabe.

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Kommentare

Comments

  • Hajo 14. Februar 2018 at 19:10

    Herr Mork hat vor allem eines ausgestrahlt, Respektlosigkeit den anderen Kandidaten gegenüber. Er drehte ihnen den Rücken zu, kommentierte ihre Aussagen mit hochgezogenen Augenbrauen und lächelte süffisant dazu. Heinrich Böckelühr startete ohne Führungserfahrung, nur mit Erfahrung bzgl. der Verwaltung aus Sicht eines Ratsherren und Ausschussvorsitzenden (die Ähnlichkeiten zu Herrn Axourgos sind augenfällig). Aber er hatte frische Ideen, führte das Beschwerdemanagement, Bürgermeistersprechstunde etc. ein, legte Wert auf Repräsentation und zeigte so Interesse am städtischen Geschehen. Er kam sympathisch rüber, was Herr Mork gestern ganz und gar nicht ausgestrahlt hat. Er macht, was alle Bürgermeisterkandidaten tun: Stände am Markt, Benefiz, Veranstaltungen. Da unterscheiden sich die Kandidaten lediglich im Ausmass. Was Herr Mork noch nicht verstanden hat, sind die neuen Medien und wie sie funktionieren, nämlich interaktiv und nicht nur als Selbstdarstellung. Zusammen mit der Vorstellung gestern gibt das kein bürgernahes Bild ab. Vielleicht hätte aber auch seine Fangemeinde nicht so laut jubeln sollen und sein Auftreten war Siegesgewissheit. Dann hätte ihm ein wenig Demut aber auf jeden Fall besser gestanden.

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  • Susanne Hömberg 14. Februar 2018 at 10:17

    Ein Abend der für mich mit Freude über das große Publikum und die gute Stimmung begann und dann in Entsetzen umschlug. Über eine Moderation, die sich in banalen Fragestellungen verlor (z. B. Müll und Dreck im Stadtbild) und Antworten der Kandidaten und der Kandidatin, die von mangelnder Sachkompetenz und völliger Fehleinschätzung der eigenen Person bis hin zum Größenwahn geprägt waren. Für mich ist das Amt des Bürgermeisters mit Fachwissen und Führungsqualität zu besetzen und kein „ich wünsch mir was Spiel“. Bevor es dabei um Politik geht ist es erst einmal eine Verwaltungstätigkeit.
    Jedes Unternehmen würde mehr Kompetenzen abfragen und erwarten, wenn so eine wichtige Position zu besetzen wäre. Alleine der Kandidat Adrian Mork konnte mit klaren Antworten und durchdachten Konzepten punkten.
    Einzig die Erkenntnis, dass es sich bei dieser Veranstaltung und der Kandidatenrunde um ein Zeichen gelebter Demokratie handelt, kann mein Entsetzen abmildern.

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    • Kudella 14. Februar 2018 at 16:39

      Fachwissen und Kompetenz sind wichtig, aber nicht alles. Fachwissen ist nämlich in der Verwaltung durchaus vorhanden, aber was nützt es, wenn man dieses Fachwissen mangels frischer Ideen nicht einsetzen kann?

      Die Schwerter Verwaltung ist gut, aber Schwerte darf eben nicht nur verwaltet, sondern muss gestaltet werden! Gestaltungswillen habe ich nur bei einem der Kandidaten gesehen.

      Ich freue mich jedenfalls auf den neuen Bürgermeister für Schwerte und vor allem auf FRISCHEN WIND FÜR SCHWERTE!

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