Keine Frauennamen für Straßen in Ergste und in Wandhofen

Schwerte. In Schwerte wird es zumindest in den beiden aktuellen Fällen keine weiblichen Straßennamen geben, die an verdiente Frauen erinnern sollten. Der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) lehnte am Mittwoch einen Antrag der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen ab.


Gudrun Körber, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft, hatte lange warten müssen, um ihre Begründung vortragen zu dürfen. Denn zunächst ging es in atemlos langweiligen Vorträgen um den Regionalplan Ruhr, dann um Unfallhäufungsstellen im Allgemeinen und Unfallhäufungsstellen im Besonderen. Schließlich enttäuschte der Straßenbauer DEGES einmal mehr auf der ganzen Linie, ehe der Ausschussvorsitzende Marco Kordt (CDU) dem Plenum noch eine Viertelstunde Pause verordnete.

Am Wietlohbach und Hermann-von-Wanthoff-Straße

Dann kam Gudrun Körber an die Reihe. Sie erklärte, warum sie und die Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen (AGSF) es gut finden würden, wenn eine Straße in Ergste Cilli-Kranefeld-Straße  und eine andere in Wandhofen Sophie-Ludwig-Straße benannt würden. Diesem Vorstoß schlossen sich die SPD und Linke an, nicht aber der Rest. Die Grünen, ohnehin durch den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Adrian Mork politisch noch enger als sonst mit der CDU verbunden, folgten den Christdemokraten zumindest in der Ergster Sache.

Und so wird die Straße im Ergster Neubaugebiet künftig „Am Wietlohbach“ heißen und die Straße, die künftig ins neue Wandhofener Gewerbegebiet führen wird, „Hermann-von-Wanthoff-Straße“. Letzteres, weil der Planungsausschuss ja schon vor längerer Zeit beschlossen hatte, die geplante Verlängerung so zu benennen wie das kurze Stücke zwischen Kreisel und Wandhofener Straße heute schon heißt, berichtete Herbert Dieckmann (CDU). Er befand zudem, dass die sozialdemokratische Kommunalpolitikerin Cilli Kranefeld durch die Verleihung der Stadtmedaille schon genug Würdigung für ihr Schaffen erfahren habe.

Schwerter Frauen sind entsetzt über zwei neue männliche Straßennamen

 

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Kommentare

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  • Bianca Dausend / CDU Fraktion 23. November 2017 at 10:10

    Die CDU – Fraktion wünscht sich einen selbstverständlicheren Umgang bei der Benennung von Straßen in Schwerte, auch bei weiblichen Straßennamen.“ Dort, wo sich Straßennamen bereits aus dem Umfeld der neu zu benennenden Straße ergeben, sollte diese Linie beibehalten werden“, so die CDU Fraktion einmütig. „Wir wünschen uns aber für die engagierten Frauen der Schwerter Vergangenheit mehr Raum im öffentlichen Raum“, so die CDU Fraktion in ihrer Stellungnahme weiter. Dabei ist es der Fraktion wichtig, dass nicht auf Biegen und Brechen Männer und Frauen vorgeschlagen werden, sondern wirklich diejenigen mit Straßennamen bedacht werden, die in besonderer Weise für und in Schwerte gewirkt haben. „Es gab in der Schwerter Geschichte zahlreiche bedeutende Frauen, die man über eine Straßenbenennung in Erinnerung halten könnte“, so die CDU Fraktion abschließend.

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