Kinderpornographie: Schwerter Rentner wandert in den Knast

Schwerte/Hagen. Ein Schwerter Rentner hatte Nacktbilder eines Kindes gemacht. Und auf seinem Rechner befanden sich massenhaft Pornobilder von Kindern und Jugendlichen. Das Amtsgericht Schwerte verurteilte den einschlägig Vorbestraften zu acht Monaten Haft. Vor dem Hagener Landgericht versuchte der 73-Jährige noch Bewährung herauszuschinden.

Eine frühere Bewährungsstrafe wegen Besitzes von kinderpornographischem Material war dem Schwerter nicht Warnung genug gewesen. 2011 war der Mann noch mit einem blauen Auge davon gekommen und hatte milde sechs Monate auf Bewährung bekommen. Anfang 2015 befand er sich im Internet wieder auf der Suche nach Kindern. Er ging zu einem Internetportal, auf dem Kinder und Jugendliche ihre Hilfe als Babysitter und bei der Gartenarbeit anboten. Schon bald knüpfte der ältere Herr Kontakt zu einer 13-Jährigen. Am 25. Februar 2015 trafen sich die beiden am Schwerter Bahnhof. Dann bot er ihr 150 Euro für ein „Foto-Shooting“ und nahm sie mit zu sich. An dem Tag machte er zahlreiche Nacktfotos von ihr, die „das Kind als bloßes Objekt sexueller Gier darstellten“, wie es im Urteil des Amtsgerichts Schwerte hieß, das der Hagener Richter vorlas.

Berufung gegen Schwerter Urteil

Ende Mai 2015 war es zu einer Hausdurchsuchung beim Schwerter gekommen. Mehrere besorgte Eltern hatten sich bei der Polizei gemeldet. Ihre Töchter waren von dem Schwerter angeschrieben und um Nacktfotos gebeten worden. Die Polizei fand bei ihm eine beträchtliche Sammlung von Tausenden Fotos mit kinder- und jugendpornographischem Inhalt. Am 21. Februar diesen Jahres verurteilte ihn das Schwerter Amtsgericht zu acht Monaten Gefängnis.

Obwohl der Rentner sich laut den Anmerkungen im Schwerter Urteil noch uneinsichtig gezeigt hatte und der Polizei sowie der Zeugin Täuschung vorwarf, backte er beim Hagener Berufungsrichter kleine Brötchen. Unwillig und mit Schützenhilfe durch seinen Verteidiger Andreas Krüger räumte er die Fotos ein. „Sie räumen die Fotos und den Besitz der anderen Bilder ein. Wir sitzen heute hier, weil Sie nicht ins Gefängnis wollen!“ Das Hagener Berufungsgericht sah keinen Spielraum und machte das auch deutlich: „Wir finden, von der Verurteilung her, dass Sie noch gut weggekommen sind. Sie räumen zwar ein, aber wir sehen, wie schwer es Ihnen fällt. Es ist für uns schwierig, eine positive Prognose zu stellen.“

Nach einer kurzen Pause zog der Angeklagte seine Berufung zurück. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

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