Mehr Kaugummi und Buchstaben: Literaturprojekt steuert auf den Höhepunkt zu

Schwerte. 20 Workshops an den Schwerter Grundschulen und den weiterführenden Schulen sorgen für einen besonderen Fokus auf das Thema Leseförderung: Es wird geschrieben, es wird illustriert und ausgestaltet. Ausgangspunkt des vom Schwerter Jugendamt, in persona Judith Bäcker, organisierten Projektes ist in diesem Jahr die Neuerscheinung  „Der Kaugummigraf“ von Kirsten Reinhardt. Projektleiterin, wie bereits 2016 beim Thabo-Projekt rund um den Kinderkrimi von Kirsten Boie, ist wieder Andrea Reinecke.


„Neue Gesichter, neue Themen und immer wieder ganz spezielle und besondere Sichtweisen von Kindern – das Projekt läßt mich jeden Tag staunen. Kinder sind einfach umwerfend und haben ihre ganz eigene Gedankenwelt“, sagt Andrea Reinecke. Für die Redakteurin ist das kein Alltagsgeschäft und nicht der Ansatz nach Lehrplan ist Vorgabe, sondern die strukturiert aufgesetzte Erfahrung des Formulierens, die ein individuelles Ergebnis möglich macht: Ich kann Schreiben. Meine Ideen finden den Weg auf das Papier und das tut gut.

Mut und Zutrauen

Perfektion ist dabei nicht der Anspruch, sondern Mut und Zutrauen. „Sprache ist nicht nur Orthographie und Grammatik – ohne die Bedeutung abzumildern – aber die Freude an der Sprache und die Erfahrung eigene Ideen in Form bringen zu können ist einfach ein ganz anderer Einstieg ins Thema Buch und Text. Und da fehlt vielen Kindern bisher noch immer der selbstverständliche Zugang. Diese Gesellschaft benötigt doch in Zukunft dringend Menschen die sich ausdrücken können und ihre Wünsche, Visionen und Forderungen in Worte fassen. Oder wollen wir sprachlos werden?“, fragt Andrea Reinecke.

Worte sind für alle da

Unterstützt durch die Rohrmeisterei und Diagramm Halbach, die Lions-Caelestia-Frauen aus Schwerte und in Zusammenarbeit von Schulen und Jugendamt ist das Projekt möglich geworden. Strahlkraft und bleibende Erfahrung von eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten sind der Kern der Tagesworkshops und Lohn der engagierten Kindergruppen. Für die begleitenden Pädagogen halten die kreativen Stunden neue Sichtweisen auf die Kinder in der Klasse bereit: „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder ihre Nische in der Arbeit finden und ihre Lebenswelt einbauen,“ findet etwa die Lehrerin Frau Mausbach von der Lenningskampschule.

Mit dem Besuch der Berliner Kinderbuchautorin kommen dann alle zu zwei Lesungen in geschlossenem Rahmen am Mittwoch (18. Oktober) zusammen und können auch reden – so von Autor zu Autor, so von Vollprofi zu Nachwuchsautoren. Worte sind genug für alle da.

Starkmacher, Muntermacher, Lebenstüchtigkeit: Kinder an die Stifte

 

 

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