Melanie Amann und ihr Buch „Angst für Deutschland“

Schwerte. Aktueller als knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl am 24. September hätte die Literaturgemeinschaft aus Schwerter Bündnis gegen Rechts, Rohrmeisterei und dem Bildungszetrum KOBI dieses Thema nicht platzieren können. „Angst für Deutschland“ ist der Titel eines Buches, das die Spiegelredakteurin Melanie Amann geschrieben hat und aus dem sie am Montagabend in der Rohrmeisterei vorlas und über dessen Inhalte sie mit dem Auditorium diskutierte. „Wir greifen immer Themen auf, mit denen wir ins Gespräch kommen können“, sagt Jennifer Petroll von der Veranstaltergemeinschaft. „Wir haben uns für Frau Amann entschieden, weil wir uns darauf verlassen können, dass ihr Buch gut recherchiert ist. Ich finde, sie hat sehr differenziert berichtet“.

Aufarbeitung eigener Irrtümer

„Die Spiegel-Redakteurin Melanie Amann kennt die AfD (Alternative für Deutschland) wie keine andere Beobachterin“, heißt es in der Medieninformation der Verlagsgruppe Droemer Knaur, in der das Buch erschienen ist. Gleichwohl gibt aber auch sie zu: „Immer wieder habe ich die Entwicklung der Partei falsch eingeschätzt, immer wieder musste ich meine Erwartungen korrigieren“, schreibt sie in der Einleitung zu ihrem Buch. Es sei eine Aufarbeitung eigener Irrtümer und ein Versuch, die erste erfolgreiche Rechtspartei seit Gründung der Bundesrepublik zu verstehen. „Nicht nur Angst und Enttäuschung, auch ein übersteigerter Nationalismus und Liberalismus sind aus meiner Sicht die wohl wichtigsten Strömungen, aus denen sich die AfD speist“. Was ihr Anhänger unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder Vermögen eine, sei die Ablehnung bestimmter Zustände, die in der Partei Unbehagen und Angst auslösten.

Eher über als unter zehn Prozent

Melanie Amann legt die erste umfassende Darstellung dieser jüngsten deutschen Volkspartei vor, ordnet sie historisch ein in die Liste deutscher Rechtsparteien und die europäischen Parteien am rechten Rand. Dabei leistet sie mehr als nur die Darstellung von Geschichte und Gegenwart der AfD. Sie eröffnet einen Blick hinter die Kulissen der Partei und analysiert, welche Politiker in der AfD wirklich das Sagen haben und was von der Partei in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Oder bei der Bundestagswahl. „Ich glaube, dass die AfD eher über als unter zehn Prozent der Stimmen erhalten wird“. Die wichtigste Aufgabe im Wahljahr sei es, heißt es in ihrem Buch, die AfD wieder in die Grenzen des demokratischen Systems zu zwingen

Melanie Amann ist promovierte Juristin und Absolventin der Deutschen Journalistenschule, hat für die FAZ und die FAS gearbeitet und ist seit 2013 Redakteurin im Hauptstadtbüro des Spiegel. Für ihn beobachtet sie die AfD.

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Kommentare

Comments

  • Jan Schmid 5. September 2017 at 19:29

    Reizend, Frau Amann gibt also zu, dass sie sich ständig irrt.

    Wieviel Schwerter haben denn nun für diese atemberaubende Erkenntnis neun Euro Eintritt gezahlt ?

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