Nach dem Orkan: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“

Schwerte.  „Wir sind mit einem einigermaßen blauen Auge davongekommen“, resümierte der Leiter des städtischen Baubetriebshofes, Gerhard Krawcyk, am Freitag bei einem Mediengespräch in der Feuerwache Lohbachstraße. Die spektakulärsten Folgen gab es am Alten Pfarrheim in Ergste. Da hatte Friedrike eine große Tanne umgefegt, die auf einem ehemaligen Friedhof stand. Im Wurzelwerk hing am Donnerstag nicht nur viel Erde, sondern auch menschliche Überreste wie Schädel und Knochen. Was damit jetzt passieren wird, ist noch nicht bekannt.


Informierten bei einem Mediengespräch über die Folgen des Orkans Friedrike: Feuerwehr-Chef Willi Müller, Stadtpressesprecher Alexander Nähle, Kämmerin Bettina Brennenstuhl und Gerhard Krawcyk, Leiter des Baubetriebshofes (v.li.). Foto: Christel R. Radix

Auch Kämmerin Bettina Brennenstuhl zeigte sich sichtlich erleichtert, dass „alles relativ glimpflich abgegangen ist“. Zwar seien die Einsätze der Feuerwehr unterstützt vom Baubetriebshof unter schwierigen Bedingungen vonstattengegangen, Personen wären im Schwerter Stadtgebiet nicht zu Schaden gekommen. Das bestätigte auch Willi Müller, Chef der Feuerwehr: „Die Rettungsdienste haben gemeldet, dass sie bis dato keine Verletzten aufgrund des Orkans haben fahren müssen.“

Und doch war es ein Großeinsatz für die Schwerter Feuerwehren. „Bei uns ging es schon am Vorabend mit der Einsatzplanung los. Unseren ersten Einsatz hatten wir um 9.40 Uhr am Donnerstagmorgen. Ein Baum war bei Papenberg auf dem Bürenbruch auf eine Telefonleitung gefallen. Eine Stunde später ging es im Minutentakt weiter. Bis 19.30 Uhr haben wir 67 Einsätze gefahren. 80 Prozent wurden über die Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr während ihrer Einsätze gemeldet.“, berichtete Willi Müller.

Straßensperrungen wegen umgestürzter Bäume

Da die Notrufanlage der Feuerwehr-Leitstelle in Unna ihre Belastungsgrenze gegen Mittag erreicht hatte, reaktivierte die Feuerwehr Schwerte ihre eigene Leitstelle, so dass die 112-Notrufe direkt in Schwerte eingingen.

Insgesamt waren 56 Feuerwehrleute im Einsatz. Bis auf den Löschzug Villigst waren alle Löschzüge im Einsatz. Den Villigster Löschzug habe man zurückgehalten, für eventuelle Brandeinsätze oder auch um Feuerwehrleute austauschen zu können, je nachdem wie lange die Einsätze dauerten.

Größere Einsätze waren beim Zweiradcenter Markgraf, Am Hachen, am Holzener Weg, wo eine Tanne auf ein Einfamilienhaus fiel, und die Bewohner evakuiert werden mussten (der Blickwinkel berichtete). Wegen umgestürzter Bäume mussten die Ruhrstraße, der Holzener Weg, die Letmather Straße, im Bereich Bürenbruch und die Wannebachstraße gesperrt werden. „In der Bergstraße liegen noch zwei Bäume auf einem Wohnhaus. Da keine Gefahr bestand und besteht, die Bewohner das Haus weiter nutzen können, so Willi Müller, müsste die Eigentümer einen  entsprechenden Unternehmer wegen der Räumung beauftragen.

Wälder sind gesperrt – Warnung vorm Betreten

„Unsere Hauptaufgaben begannen am heutigen Tag“, sagte Gerhard Krawcyk. In erster Linie müssten die Wege frei geräumt und kontrolliert werden. Gearbeitet werde nach Dringlichkeit. Der Leiter des Baubetriebshofes warnte Bürgerinnen und Bürgern eindringlich und empfahl, in den kommenden Tagen Wälder zu meiden. „Die Gefahr durch lose Äste in den Baumkronen, die herabfallen können oder dass weitere Bäume umstürzen, ist einfach zu groß. Das Waldgebiet in Schwerte und verschiedene Wege im Schwerter Wald, wie auch im gesamten Kreisgebiet sind voraussichtlich bis zum 28. Januar gesperrt.“ Eine Verlängerung sei nicht ausgeschlossen. Auch vor dem Betreten von Parks und anderen Grünanlagen warnen die Einsatzkräfte weiterhin. So sind auch Teilbereiche des Waldfriedhofs und Friedhofs in Westhofen gesperrt. Auch in den nichtgesperrten Bereichen mahnen die städtischen Vertreter zur Vorsicht.

http://blickwinkelschwerte.de/sturm-ueber-schwerte-friedrich-kayser-grundschule-schliesst/

 

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