Prozess um teure Markenkleidung: Verfahren gegen Schwerter wurde eingestellt

Schwerte/Hagen. Ein Schwerter Modehändler verkaufte teure Markenkleidung, die nicht gehandelt werden durfte. Zum Teil waren die Markenshirts sogar plumpe Fälschungen. Im erstinstanzlichen Verfahren vor dem Hagener Schöffengericht hatte der Händler 15 Monate auf Bewährung kassiert. Der 51-Jährige ging gegen das Urteil vor. Nun sollte das Hagener Landgericht darüber entscheiden,


Kapuzenshirts und T-Shirts, Hoodies und Zipper der Marke „Superdry“ kaufte und verkaufte der Schwerter gleich zu Tausenden. Und zwar kaufte der Händler im Jahr 2013 sogenannte Mixposten, Waren mit kleinen Makeln und angebliche Shop-Rücksendungen ein. Das Meiste davon ging allerdings nicht in seinem Laden über die Theke, sondern wurde an einen Online-Handel weiterveräußert – oft noch am selben Tag. Dabei nahm der Schwerter rund 151000 Euro ein.

Augenscheinliche Kontrolle

Er bezahlte auffällig niedrige Einkaufspreise für die bei Jugendlichen hochbegehrte Modemarke. Sein Handelspartner war ein als dubios zu bezeichnender Großhändler mit Sitz in der Türkei. Dass da etwas nicht stimmen konnte, will dem Angeklagten jedoch nie aufgefallen sein. Er übernahm die Ware nach einer kurzen augenscheinlichen Kontrolle und recherchierte auch nicht weiter, ob alles mit rechten Dingen zuging. So hatte es der Angeklagte geschildert. Das hatte ihm schon im ersten Verfahren niemand abgenommen. Vonseiten des Markeninhabers von „Superdry“ hieß es, dass nur autorisierte Fachhändler mit Restposten und Shoprücksendungen handeln dürfen.

4800 Euro für gemeinnützige Einrichtung

Vor dem Hagener Landgericht kämpfte der Mann gegen die Bewährungsstrafe an. Und das Berufungsverfahren entpuppte sich als kompliziert und zäh. Es gab dabei zwei Probleme: Zum einen waren damals die Shoprücksendungen und Stücke zweiter Wahl munter mit Waren von eher zweifelhafter Herkunft gemischt worden. Legale Waren und Plagiate können heute nicht mehr auseinanderklamüsert werden. Tausende Kleidungsstücke wurden bereits vernichtet. Ein direkter Vergleich mit Originalen ist nicht mehr möglich.

Nach einer Diskussion der Verfahrensbeteiligten, die sich über gut anderthalb Stunden hinzog, stellte das Gericht das Verfahren vorläufig gegen den mittlerweile arbeitslosen Schwerter ein. Der Mann muss eine hohe Geldbuße von 4800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Über 38000 Euro hat er bereits in einem Zivilprozess an den Online-Händler geleistet.

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