Putz rieselt von der Decke: Ratssaal bis auf weiteres gesperrt

Schwerte. Schneller als gedacht wird das marode Dach des Rathauses saniert werden müssen. Unter Umständen ist vorher an eine weitere Nutzung des Großen Sitzungssaales nicht zu denken. Nachdem Putz von der Stelle an der Decke gerieselt ist, die oberhalb der Verwaltungssitzreihe ohnehin schon Spuren von Feuchtigkeit gezeigt hat, ist der Ratssaal bis auf weiteres gesperrt worden.  Großflächigere Abstürze können nicht ausgeschlossen werden.


Abschied vom Bürgermeister im Bürgersaal

Die kritische Stelle aus der Nähe. Fotos: Ingo Rous

Weil im Moment noch niemand so genau sagen kann, wie groß das Gefährdungspotenzial im Ratssaal wirklich ist, findet die offizielle Verabschiedung von Ex-Bürgermeister Heinrich Böckelühr am Mittwoch (6. Dezember) auf jeden Fall im Bürgersaal statt. Ob dann der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt am 23. Januar wieder in den Großen Sitzungssaal einziehen kann, ist fraglich und gefühlt eher unwahrscheinlich. Der AISU ist der erste Ratsausschuss nach dem Wahlausschuss am 17. Januar, der im neuen Jahr tagt. Die erste Ratssitzung in 2018 ist für den 28. Februar vorgesehen. Kleinere Räume im Rathaus sollen zu Alternativen werden. Darüberhinaus haben auch die Stadtwerke Schwerte Hilfe in Aussicht gestellt.

Umzug zum Stadtpark schafft Möglichkeiten

Erst im Februar hatte der Rat der Stadt Schwerte beschlossen, die Sanierung des Rathauses I (zu der auch die Dachsanierung zählt) ins Jahr 2018 zu verschieben. Vorrang sollte der Umbau der Realschule am Stadtpark in eine leistungsfähige Verwaltungs-Dependance für die Bereiche Soziale Hilfen sowie Jugend und Familie haben. Dass nun noch in diesem Monat der Bereich Jugend und Familie dorthin umziehen wird, spielt der Verwaltung jetzt in die Karten. Denn die frei werdenden Räume könnten so belegt werden, dass Dach nahe Büros freigezogen werden können. Das käme der nun dringend notwendigen Dachsanierung entgegen.

„Im Benehmen mit dem Rat der Stadt Schwerte werden wir Anfang nächsten Jahres die weiteren notwendigen umfassenden Sanierungsmaßnahmen einleiten“, erklärte Erster Beigeordneter Hans-Georg Winkler. Zunächst wird mit dem kürzlich gegründeten Baubeirat in seiner bereits für den 30. Januar 2018 terminierten Sitzung der weitere Weg der Sanierung beraten.

Sachverständige bestätigen Verwaltung

Ein unabhängiger Sachverständiger hat mittlerweile die von der städtischen Fachverwaltung verfügte Sperrung, die bereits am vorigen Freitag vorläufig ausgesprochen worden war, bestätigt. Hintergrund für die Sperrung ist in die Decke eingedrungene Feuchtigkeit, die in Verbindung mit dem jahreszeitlich bedingten Temperaturgefälle zu einem Austrag von Mineralien aus dem Putz geführt hat. Fachleute sprechen von „Salzausblühungen“. Hierdurch wurde die Materialeigenschaft des Putzes in der Art verändert, dass der Haftverbund im Putz selbst und zwischen Putz und Trägermaterial nicht mehr gegeben ist. „In Verbindung mit dem sich an gleicher Stelle befindenden und größer werdenden Riss, muss jederzeit mit dem Herabfallen der geschädigten Putzfläche gerechnet werden“, heißt es in der schriftlichen Verfügung des Zentralen Immobilienmanagements der Stadtverwaltung. Und weiter: „Da die geschädigte Putzfläche Bestandteil der gewölbten Deckenkonstruktion ist und im Druckbereich dieser liegt, kann die Auswirkung eines Ablösens der geschädigten Stelle auf die gesamte Deckenkonstruktion nicht hinreichend beurteilt werden.“

Wenngleich die Decke über der Empore nicht mit der Decke über dem Ratssaal verbunden ist und in diesem Bereich auch nicht mit Schäden an der Decke zu rechnen ist, werden die Vibrationen aus dem Begehen in das Dachtragwerk und damit auch in die Decke über dem Ratssaal übertragen. Aus diesem Grund ist auch die Empore ebenfalls als Verkehrsweg bis auf weiteres tabu.

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Kommentare

Comments

  • Thomas Weinstock 6. Dezember 2017 at 21:16

    Nun beweist sich was manch einer schon lange geahnt hat, der Rat der Stadt hat einen Dachschaden.

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