Ruhrstadt Orchester: Bewegender Klassikabend

Schwerte. Einem stimmungsvollen Konzert wohnten am Mittwoch, 1. November, rund 150 Menschen bei: Das Ruhrstadt Orchester unter Leitung von Stadtkapellmeister Claus Eickhoff hatte in ihrem 25-jährigen Jubiläumsjahr zum traditionellen Allerheiligenkonzert unter dem Titel „Innigkeit und Zuversicht“, Musik des Barock und der Romantik, in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen.

Ehrengast auf Lebenszeit: Bürgermeister a.D. Heinrich Böckelühr (re.) wurde von Claus Eickhoff geehrt.

Doch bevor die Musik erlang, ergriff Claus Eickhoff das Wort: „Ich möchte exklusiv Heinrich Böckelühr (Bürgermeister a.D.) begrüßen. Von Beginn seiner Amtszeit an, hat er als Schirmherr unser Orchester unterstützt und stand freundschaftlich an unserer Seite. Sagen wir mal so, mit einem Bürgermeister befreundet zu sein, ist immer gut – mit dem Präsidenten der GPA (den Posten hat Böckelühr Mitte Oktober übernommen.  Anm. d. Red.) ist auch nicht schlecht.“ Als Dank erhielt Böckelühr vom Stadtkapellmeister eine Urkunde, die ihn als Ehrengast auf Lebenszeit auszeichnet.

Hoch emotionales Adagio von Barber

Mit der Streicherserenade op. 22 des tschechischen Komponisten Antonin Dvorak (1841-1904)eröffnete das Ruhrstadt Orchester das Rathauskonzert und ließ den großen Melodienreichtum, der in Dvoraks Musik steckt, erkennen. Mal von hohen, mal von tiefen Streichern vorgetragen, beseelten die Musikerinnen und Musiker mit dem spezifischen böhmischen Ton Dvoraks. Im Gedenken eines verstorbenen Orchestermitglieds nahm das Ruhrstadt Orchester anstelle des Adagios von Anton Bruckner, das hoch emotionales Adagio von Samuel Barber (1910-1981) ins Programm. Langsam im Tempo, wehmütig im Thema, spiegelte es das Gefühl der Trauer wider. Das Adagio zählt zu den prominenten Beerdigungs-Musiken. Es wurde unter anderem bei den Trauerfeiern von Roosevelt, Kennedy, Grace Kelly, Rainier III, Albert Einstein gespielt und auch um den Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 zu gedenken.

Tosender Applaus für Franziska Föllmer

Mal virtuos, mal im Dialog mit dem Orchester: Franziska Föllmer.

Einen großen Auftritt hatte im Anschluss die Flötistin Franziska Föllmer. Auf dem Programm stand Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-1788) Konzert für Flöte und Orchester d-Moll, quasi ein Meilenstein der Flötenmusik. Das Orchester und die Solistin setzten dieses Werk brillant um. Mal virtuos, mal im Dialog mit dem Orchester, im dritten Satz mit einem furiosen Finale, zeigte Franziska Föllmer ihr großes Talent an der Querflöte. Sie erntete tosenden Applaus und bedankte sich mit einem Flötensolo aus der Feder von Carl Philipp Emanuel Bach.

Nach der Pause brachte das Ruhrstadt Orchester sechs Instrumentalstücke von Sebastian Bach (1685-1750). Eine Zusammenstellung aus der Matthäus-Passion, der Kreuzstabkantate, Partiten und der „Kunst der Fuge“. Im Mittelpunkt dieser Darbietungen standen die Solisten Sabine Thielmann, Gitarre, Rolf Petrich, Cello, Wladimir Petritschenko, Violine und Lydia Friedrich, Bratsche, die ihre Kunstfertigkeit harmonisch mit dem Orchester präsentierten.

Brillierte beim Klavierquartettsatz von Gustav Mahler: Olga Aoust.

Großen Gefallen erregte der Klavierquartettsatz a-Moll von Gustav Mahler (1860-1911), in dem Olga Aoust am Klavier mit ihrem wechselnden kraftvollen Spiel und gewieften Arrangements  und auch Petritschenko mit solistischen Einlagen begeisterten. Das meistergültige Spiel des Orchesters wurde vom Publikum gefeiert und das Ruhrstadt Orchester spielte als Zugabe noch einmal Mahler.

Einige fotografische Konzertimpressionen:

Der nächste Termin:

Weihnachtskonzert

Sonntag, 10. Dezember, 17 Uhr, Rohrmeisterei

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