Run auf die Gesamtschulen: Mehrklasse für die TFG beantragt

Schwerte. Kinder in Schwerte lernen offenbar lieber auf einer Gesamtschule als auf einem Gymnasium. Während 175 ehemalige Viertklässler eines der beiden Schwerter Gymnasien besuchen möchten, verzeichnen die Gesamtschulen einen Anmeldeboom von 263 Kindern. Den Vogel schießt dabei die Gesamtschule Gänsewinkel ab: 149 Anmeldewünsche sind im Rahmen des in Schwerte vorgezogenen Anmeldeverfahrens registriert worden. Das hat dazu geführt, dass die Stadt Schwerte bei der Bezirksregierung in Arnsberg die Genehmigung einer Mehrklasse an der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule beantragt hat.


Der Anmeldeüberhang ist zwar an der Gesamtschule Gänsewinkel entstanden, jedoch ist dort aufgrund der räumlichen Situation die Einrichtung einer Mehrklasse nicht möglich. Zwar spricht die Schulverwaltung der Stadt mit der Schule über Möglichkeiten einer nachhaltigen Aufwertung des Schulstandortes und zieht dabei auch einen Erweiterungsbau in Betracht. Kurzfristig lässt sich damit aber die bestehende Problematik nicht lösen.

Andreas Pap, Sabine Reetz, Hans-Georg Winkler und Carsten Morgenthal (v.l.) präsentieren das Ergebnis des Anmeldverfahrens.

Räume im Zentrum Nordwest

An der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule sieht die räumliche Situation anders aus. Im Schulzentrum Nord-West stehen zusätzliche Räume für die Gesamtschule zur Verfügung, so dass über eine Mehrklasse auch ein Überhang am Gänsewinkel ausgeglichen werden kann. Bereits jetzt wurden sechs Schülerinnen und Schüler aus Iserlohn und 15 Kinder aus Dortmund abgelehnt. Ein Kind mit Förderschwerpunkt wurde bereits dem Ruhrtalgymnasium zugewiesen. So bleiben noch 127 Schülerinnen und Schüler übrig, ebenso zwölf Kinder, die noch gar nicht angemeldet wurden, das aber in aller Regel an einer Gesamtschule geschieht.

Sechs Kinder können nicht aufs FBG

Sechs Kinder, die künftig auf das Friedrich-Bährens-Gymnasium gehen wollen, werden sich diesen Wunsch abschminken können.99 Anmeldewünsche hat es für das FBG gegeben, 93 können aufgrund der Dreizügikeit maximal aufgenommen werden. Für das RTG hat es 76 Anmeldewünsche gegeben, so dass es hier noch Kapazitäten geben wird. Lösungen für dieses Problem erhofft sich die Schulverwaltung durch ein Gespräch der beiden Schulleiter.

Vor dem Hintergrund starker Veränderungen im Anmeldeverfahren und einer für 2020 zu erwartenden höheren Schülerzahl will die Stadt Schwerte ab Herbst 2018 eine Schulentwicklungsplanung vornehmen, die auch die nachhaltige Entwicklung aller Schulstandorte zum Gegenstand haben wird. Insbesondere die Entwicklung der vergangenen drei Jahre im Bereich der Gesamtschulen wird dabei besonders in den Fokus genommen.

Das Anmeldeverfahren der Schuljahre 2017/ 2018 und 2018/ 2019 im Vergleich

Stand: 12.02.2018

 

Friedrich-Bährens-Gymnasium

 

SJ 2017/ 2018              126 Anmeldewünsche                              SJ 2018/ 2019              99 Anmeldewünsche

 

davon                                                                                                       davon

108 x Schwerte                                                                               80 x Schwerte (incl. 3 x Inklusion)

5 x Iserlohn                                                                                             7 x Iserlohn

13 x Dortmund                                                                               10 x Dortmund

1 x Hagen

1 x Holzwickede

 

Ruhrtal-Gymnasium

 

SJ 2017/2018               80 Anmeldewünsche                                SJ 2018/2019               76 Anmeldewünsche

        

davon                                                                                                       davon

54 x Schwerte                                                                                 63 x Schwerte (incl.4 x Inklusion)

4 x Iserlohn                                                                                              2 x Iserlohn

21 x Dortmund                                                                               11 x Dortmund

1 x Hagen

 

Gesamtschule Gänsewinkel

 

SJ 2017/ 2018              111 Anmeldewünsche                              SJ 2018/ 2019              149 Anmeldewünsche

        

davon                                                                                                       davon

103 x Schwerte                                                                                110 x Schwerte (incl.4 x Inklusion)

6 x Holzwickede                                                                             17 x Holzwickede

1 x Iserlohn                                                                                              6 x Iserlohn – werden abgelehnt

1 x Dortmund                                                                                 15 x Dortmund – werden abgelehnt

1 Schwerter Kind mit Förderschwerpunkt, das dem RTG zugewiesen wurde – wird abgelehnt

 

Theodor-Fleitmann-Gesamtschule

 

SJ 2017/ 2018              104 Anmeldewünsche                              SJ 2018/2019               114 Anmeldewünsche

 

davon                                                                                                       davon

104 x Schwerte                                                                               114 x Schwerte (incl.6 x Inklusion)

 

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Kommentare

Comments

  • Ruhrstädter 13. Februar 2018 at 20:27

    Wen wundert es denn noch, dass Eltern ihre Kinder vermehrt auf einer Gesamtschule anmelden? Zum einen können Kinder sowohl mit Haupt-, als auch mit Realschulempfehlung die Gesamtschule besuchen. Und zum anderen kann man mit dem Abi light auf der Gesamtschule natürlich vermeintlich leichter an die Hochschulreife gelangen – wer geht dann also noch auf Haupt- und Realschule? Dass Studenten elementare Rechtschreibkenntnisse und mathematische Grundfertigkeiten fehlen, ist ja mittlerweile erwiesen. Armes Deutschland!

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    • Ruhpottkind 14. Februar 2018 at 14:51

      In Zeiten des Zentralabiturs ist der Abschluss vermeintlich vergleichbar. Deshalb ist die Bezeichnung Abi „light“ an einer Gesamtschule sicher nicht haltbar.
      Mit alleinigem Blick auf die Summe der Anmeldungen ist der Schluss auf die Beliebheit der Schulform Gesamtschule allerdings nicht zulässig. Da sollten allein die Empfehlungen für die Schulform Gymnasium als Grundlage für einen Vergleich herangezogen werden! Da sind wir aber wieder bei der Diskussion um mathematische Grundkenntnisse für Journalisten.
      Auf die Statistik zur Anwahl nach Schulformempfehlung bin ich gespannt… – sie sollte folgen!

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  • Peter Hellweg 13. Februar 2018 at 13:32

    Den Satz im Blickwinkel „Kinder in Schwerte lernen offenbar lieber auf einer Gesamtschule als auf einem Gymnasium“ kann man so nicht stehen lassen, weil einmal die Gesamtheit der Schülerinnen und Schüler gemeint ist (also die mit Hauptschul, mit Realschul- und mit Gymasialempfehlung) und zum anderen die mit Gymnasialempfehlung. Wenn man das bereinigt, ist ein vorrangiger Trend zum Gymnasium zu erkennen. Unabhängig davon, wie man das bewertet.

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