Sexuelle Belästigung: Gericht stellt Verfahren ein – Aber es droht das Gefängnis

Schwerte/Hagen. Als sich ein Schwerter eine Geldstrafe wegen sexueller Belästigung einfing, war das „nur“ eine Draufgabe. Denn der vielfach Vorbestrafte beging Straftaten so schnell, dass die Gerichte in der Umgebung mit den Verurteilungen nicht mehr nachkommen. Mittlerweile sitzt der 47-Jährige wegen besonders schweren Raubes in Untersuchungshaft.

Mit seinem Verteidiger Andreas Trode zog der Schwerter nun gegen das Urteil vom 23. Mai ins Feld. Er hatte Berufung gegen das Urteil des Schwerter Amtsgerichts eingelegt, das ihn wegen sexueller Belästigung zu 50 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt hatte. Konkret handelt es sich um einen Fall, der sich am 17. Januar in der Spielhalle an der Bahnhofstraße ereignet hat. Der Schwerter spielte den ganzen Vormittag an den Automaten. Nebenbei trank er noch vier Biere. Mit einem Freund besorgte er sogar in der Mittagszeit noch mehr Geld, um weiter spielen zu können. Als er wieder in der Spielhalle aufkreuzte, fiel sein Blick auf die Frau, die gerade die Aufsicht führte. Er drängte ihr eine Umarmung auf, berührte sie dann unsittlich an der Brust und leckte ihr übers Gesicht. Von einer heftigen Ohrfeige zeigte sich der Mann unbeeindruckt und begab sich wieder an einen Automaten, an dem er weiter spielte, bis die Polizei eintraf.

„Dann kriegt er ja seine gerechte Strafe“

Vor dem Berufungsgericht des Landgerichts Hagen wollte der Schwerter erreichen, dass dieses Verfahren eingestellt wird. Denn der 47-Jährige hat sich einiges eingebrockt. Er steht unter mehrfacher Bewährung. In kurzer Zeit hat er Strafen von insgesamt drei Jahren und fünf Monaten angesammelt, die er nun im Gefängnis absitzen muss. Seit Kurzem steht er unter dem dringenden Verdacht, eine im Prozess nicht näher benannte Tankstelle überfallen und ausgeraubt zu haben.

Der Verteidiger errang einen kleinen Etappensieg für seinen Mandanten. Das Hagener Berufungsgericht stellte das Verfahren im Hinblick auf das neue Verfahren ein. Sollte der Mann für den Raub verurteilt werden, drohen ihm insgesamt bis zu zehn Jahre Knast. Bei der Frau versuchte es der Angeklagte mit einer unbeholfenen Entschuldigung und biss auf Granit. „Was du gemacht hast, kann man gar nicht entschuldigen!“ Erst als der Hagener Richter der Dame sagte, dass der Schwerter höchstwahrscheinlich für viele Jahre ins Gefängnis wandern wird, wirkte sie zufrieden und meinte: „Dann kriegt er ja seine gerechte Strafe!“

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