Spannendes Handball-Derby – 400 Zuschauer kamen auf ihre Kosten

Schwerte. Minutenlang hatte sich Kai Henning in eine Ecke der Sporthalle am Friedrich-Bährens-Gymnasium zurückgezogen. Die 21:24-Niederlage im Lokalderby gegen die HVE Villigst-Ergste hatte dem Trainer der HSG Schwerte/Westhofen sichtbar zugesetzt. Es war die siebte Niederlage in Folge, die seine Mannschaft tief ins Tal der Tränen stürzt, obwohl sie gegen die HVE gar nicht schlecht gespielt hatte, kämpferisch auf Augenhöhe mit dem Ortsnachbarn stand und fast noch ein Unentschieden geschafft hätte – wenn da nicht wieder Maurice Rolfsmeyer gewesen wäre.


Rolfsmeyer und Mimberg entscheiden das Spiel

Der Keeper der HVE, wie immer in den letzten Wochen einfach nur gut drauf, wehrte in einer unglaublich spannenden Schlussphase gleich zweimal ab, nachdem Dominik Yaltzis den Anschluss zum 19:20 hergestellt und Moritz Dommermuth eine Zeitstrafe erhalten hatte. Jannis Mimberg, mit acht Toren der überragende Schütze der HVE, behielt aber Nerven gegen den starken Mike Krüner im Tor der HSG und verwandelte einen Siebenmeter. Dann wehrte Maurice Rolfsmeyer ab, Jannis Mimberg verwandelte zum 19:22 – zwei Minuten waren noch zu spielen. Das war die Entscheidung, zumal Dominik Yaltzis noch eine Zeitstrafe kassierte von Schiedsrichtern, die dem Derby in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr gewachsen waren.

Henning reklamiert Zeitstrafenverhältnis

Engagiert und mit Herzblut: Kai Henning, Trainer der HSG.

Kai Henning reklamierte nach dem Schlusspfiff  das Zeitstrafenverhältnis. Siebenmal musste seine Mannschaft in Unterzahl spielen, verlor dadurch sogar Tim Decker, er nach seiner dritten Zeitstrafe rot sah. Gegen die HVE gab’s nur dreimal zwei Minuten – aber ob das angesichts der knappen Schlussphase tatsächlich ausschlaggebend gewesen ist? „Die Niederlage ist doppelt ärgerlich, weil wir heute vieles hätten gut machen können“, so Kai Henning. „Stattdessen stehen wir jetzt weiter unten drin“ – in der Tat ist der Blick in die Tabelle Besorgnis erregend. Weitere Niederlagen wie zum Beispiel am kommenden Samstag in Bösperde sind eigentlich verboten.

HVE kompensiert Ausfälle

Eitel Sonnenschein natürlich auf Seiten der HVE. Trainer und Spieler hatten einige Klippen zu umschiffen, denn zu den bekannten Ausfällen von Fabian Bleigel und Robert Stelzer gesellten sich kurzfristig noch Alexander Hänel und Lukas Daskiewicz. Aber die Mannschaft wusste die Ausfälle über weite Strecken zu kompensieren. Am Anfang roch es sogar nach einem Kantersieg, als die HVE ein 8:3 vorlegte und die HSG ihre liebe Not hatte, Angriffe erfolgreich abzuschließen. Doch dann war es die HVE, die Probleme auf dem Weg zum gegnerischen Tor entwickelte. Der Rückstand zur Pause überraschte deshalb nicht, aber auch die HVE hat kämpferische Qualitäten und warf die erfolgreich in die Waagschale.

„Hier regiert die HVE“: Unten rotierte der Kreis, oben spendete die Abteilung HVE auf der voll besetzten Tribüne stehende Ovationen.

„Eine Leistung mit Herz“

Und deshalb kamen 400 Zuschauer auf der lange nicht mehr so gut besuchten Tribüne in der FBG-Sporthalle voll auf ihre Kosten, sahen das, was den Handball ausmacht. Auch HVE-Trainer Thorsten Stange war begeistert. „Das war ein Derby, das es in sich hatte. Es hat alles mitgebracht, was man von einem Derby erwarten kann. Es war immer ein knappes Spiel, in dem wir uns am Ende verdient durchgesetzt haben. Kompliment aber auch an die Schwerter, die ich im Vorfeld so nicht erwartet hätte“. Sein Trainerkollege Dirk Mimberg ergänzte: „Es war eine Leistung mit Herz und es ist eigentlich eine Erleichterung, dass das am Ende so ausgegangen ist.

Das Spiel

Ergebnisse und Tabelle

Mit Nachwuchsspielern liefen die Mannschaften der HSG …

… und der HVE in die Halle ein.

Noch ein paar Impressionen

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