Stadtteilentwicklungskonzepte – Ein Zauberwort für zwei Kandidaten

Schwerte. Zwei Kandidaten – ein Thema: Es ging um die Schwerter Ortsteile. Während Dimitrios Axourgos (SPD) am Donnerstag Wandhofen besuchte und dort erfuhr, dass sich Wandhofener abgehängt fühlen, berichtete Adrian Mork (CDU, Grüne, FDP) in seiner Reihe „Donnerstags in der Bahnhofstraße“ über weitgehend bekannte Punkte zur Verbesserung von Infrastruktur und Verkehr in allen Ortsteilen.

Über Mitte bis zur Heide

Begonnen hat er mit Schwerte-Mitte,und weil es gerade so schön ins Thema passt: Das Jobcenter mit seinem aktuellen Sitz am Cava-dei-Tirreni-Platz wird zum Bahnhof ziehen und dort in einen Gewerbebau ziehen, den die UKBS, die Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft, auf der Look’schen Wiese errichten wird. Die UKBS hatte sich am Donnerstag dem Blickwinkel gegenüber nicht so dezidiert geäußert, aber als Stadtplaner im Sonderurlaub wird’s Adrian Mork sicherlich besser wissen.


Bürgerbeteiligung ausbauen

Adrian Mork möchte in den Ortsteilen Bürgerbeteiligungen ausbauen, das Ehrenamt in den Vereinen stärken, Nahversorgung, Daseinsfüsorge, Mobilität und Erreichbarkeit gewährleisten, somit die Eigenfähigkeit der Ortsteile entwickeln. Ein Parkleitsystem für den Ortsteil Mitte war ein Stichwort, die Ordnung des ruhenden Verkehrs über Parkhäuser ein anderes. In Wandhofen verknüpft der Jamaika-Kandidat die Erschließung des Gewerbegebietes Wandhofener Bruch mit einer Verbesserung der Fuß- und Radwegesituation entlang der Wandhofener Straße. Der Umbau der Reichshofstraße, die Erweiterung des Lidl-Standortes und ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzeptes waren Schlagworte für Westhofen.

In Ergste wird bald gebaut

In Ergste, wusste Adrian Mork zu berichten, wird es Service-Wohnangebote geben, wenn im Frühjahr die Bauphase auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Haus Schneider“ beginnnt. Der Kreisel an der Ruhrtalstraße/B236 wird kommen, wenn der notwendige Geländeanlauf von Privat erfolgt ist. Im Grenzgebiet zu Villigst sollen Einrichtungen zur stationären Pflege und zur Tagespflege entstehen. Der Erhalt und die Stärkung des Versorgungsstandortes Villigster Straße genießt Priorität. Nahversorgung und eine Autobahn-Anschlussstelle in Lichtendorf sind Schwerpunkte für Schwerte-Ost und Schwerter Heide. In Geisecke soll über Parkplätze die Radwegeführung im Bereich Wellenbad verbessert werden.

Wandhofen fühlt sich abgehängt

Ordentliche Stadtteilentwicklungskonzepte möchte Dimitrios Axourgos auf die Beine stellen – unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern, unter Vorlage von Zeit- und Finanzierungsplänen und unter Berücksichtigung von Verlässlichkeit und Kommunikation. Das transportierte er am Donnerstag auf einer vom SPD-Ortsverein Mitte/Wandhofen organisierten Veranstaltung in der Gaststätte „Haseneck“. Dimitrios Axourgos reagierte damit auf die Haltung von Wandhofenern, der Ortsteil sei abgehängt von der Entwicklung in Schwerte. „Ich habe das Gefühl, das geschieht absichtlich“, sagte Dieter Schmikowski auch vor dem Hintergrund um die ganz frische Diskussion um die Entwicklung des Kindergartens in Wandhofen (der Blickwinkel berichtet aktuell). Angeblich sei der gar nicht mehr Bestandteil des aktuellen Kindergartenentwicklungsplanes, der am 7. März im Jugendhilfeausschuss vorgestellt werden soll.

Verbesserungsbedarf in den Stadtteilen

Das wird ein Thema werden für Dimitrios Axourgos, der der Bildungs- und Familienpolitik auch in den Ortsteilen einen hohen Stellenwert einräumt und Bildungsstätten besser aufstellen möchte. Kinderbetreuung, ÖPNV-Anbindung, der Sport und seine Vereine sowie Sicherheit und Sauberkeit sind weitere Schwerpunkte, über die er am Donnerstag sprach. „Die Attraktivität einer Innenstadt lebt auch von pulsierenden Stadtteilen“, so der Kandidat, und da gebe es erheblichen Verbesserungsbedarf. „In den letzten Jahren ist der Blick auf die Stadtteile offenbar verloren gegangen“, so Dimitrios Axourgos

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