Stimmungsvolles Weihnachtskonzert mit dem Ruhrstadt Orchester

Schwerte. Begeisterten Applaus erntete das Ruhrstadt Orchester, das am Sonntag zum traditionellen Weihnachtskonzert in die Rohrmeisterei eingeladen hatte. Leider blieben einige Plätze frei: „Wir haben wohl zu häufig „White Christmas“ gespielt“, begrüßte Sabine Thielmann die Gäste. Ja, es war weiß, und wie: Heftiger Schneefall und glatte Straßen, hatten die Besucherzahl der ansonsten stets ausverkauften Veranstaltung reduziert.


Zum Auftakt konzertierte das Streichorchester unter der Leitung des städtischen Kapellmeister Claus Eickhoff das dritte Brandenburgische Konzert G-Dur VWV 1048. Die wechselnden Stimmführer bestachen durch ihre mehrstimmigen Violinen-Soli die Zuhörer. Zwischen den Allegro-Sätzen spielte Sabine Thielmann virtuos die Kadenz auf der Oktavgitarre. Solisten und Orchester überzeugten mit einem homogenen Gesamtklang.

Virtuos an der Oktavgitarre: Sabine Thielmann.

Die Romanze a-Moll für Gitarre und Orchester ist ein beliebtes Stück von Paganini aus seiner berühmten Grand Sonata. Gezupfte Saiteninstrumente begleiteten die melancholische Melodie der Gitarristen Sabine Thielmann, die mit kunstvollen Verzierungen eine gefühlvolle Darbietung bot. Weihnachtlich stimmungsvoll wurde es mit der barocken Weihnachtssinfonie D-Dur von Gaetano Maria Schiassi, dem das Concerto grosso op. 6/1 G-Dur HWV 319 von Georg Friedrich Händel folgte. Mit äußerster Eleganz interpretierte das Ruhrstadt Orchester dieses Werk, in dem die Soloviolinen einen imponierenden Dialog mit dem Orchester eingingen.

Vorweihnachtliche Besinnlichkeit

Das zweite Werk von Bach, das Konzert für Klavier und Orchester d-Moll BWV 1052, spielte das Ruhrstadtorchester zu Beginn des zweiten Teils. Es ist das größte und virtuoseste Cembalokonzert Bachs. Für Cembalo geschrieben, da es zu der Zeit noch keine großen Konzertflügel gab. Die Solopartien führten Konzertmeister Wladimir Petritschenko und Joulia Vassilevskaja, Violine, Ludmilla Petrischenko, Violoncello, und die 25-jährige Pianistin Galina Gusachenko aus. Brillant die feine Kommunikation der Solostimmen mit den Streichern und die leidenschaftliche und stilsichere Interpretation der jungen Pianistin.

… und Cellistin Ludmilla Petritschenko (vorne, Mitte)

Brillierten nicht nur in ihren Soloparts: die Violinisten Joulia Vassilevskaja, Wladimir Petritschenko (li.)…

Arcangelo Corelli, Komponist und Geigenvirtuose, schrieb im Jahr 1690 ein Weihnachtskonzert: das das Concerto grosso op.6 Nr.8, das auch den Titel trägt Concerto „fatto per la notte di natale“ (gemacht für die Nacht vor Weihnachten) und ließ vorweihnachtliche Besinnlichkeit entstehen. Wunderbar das Konzertieren zwischen Violinen, Cello und Orchester mit der vom Orchester faszinierend gespielten Pastorale zum Schluss. Der lang anhaltende Applaus rief die Musikerinnen und Musiker zurück auf die Bühne. Doch das Orchester verabschiedete sich nicht mit „White Christmas“, sondern in diesem Jahr mit Bach.

Dank an Stadtwache und Pannekaukenfrau

Die Stadtwache der Ruhrtaler Landsknechte und Jutta Kriesten als Pannekaukenfrau werden auch im nächsten Jahr das Ruhrstadt Orchester begleiten.

Ein langes Jahr voller Höhepunkte für das Ruhrstadt Orchester ging mit dem Weihnachtskonzert zu Ende, resümierte Sabine Thielmann. Begleitet wurde das Orchester in der diesjährigen Konzertreihe zum 25-jährigen Bestehen von der  Stadtwache der Ruhrtaler Landsknechte und Jutta Kriesten als Pannekaukenfrau, die die Besucher in ihren Trachten begrüßten, Programme verkauften, Blumen an die jeweiligen Solisten übergaben und natürlich die Musiker bewachten. Alle Beteiligten waren sich einig: das war eine gute Zusammenarbeit – und die wird im nächsten Jahr ihre Fortsetzung finden.

Der nächste Termin:

Neujahrskonzert, Sonntag, 14. Januar 2018, Rohrmeisterei, 17 Uhr

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