TaF: Die Therapie – Eine fesselnde Premiere

Schwerte. Vor vier Jahren ist die 12-jährige Josy, Tochter des Berliner Promi-Psychiaters Viktor Larenz, spurlos verschwunden. Kein Lebenszeichen, keine Leiche – für Larenz, gespielt von Sven Möller, unerträglich.

Eine spannende Premiere feierte das Theater am Fluss (TaF) am Donnerstag mit der Inszenierung „Die Therapie“. Ein Psychothriller, geschrieben von Erfolgsautor Sebastian Fitzek, für die Bühne bearbeitet von Marc Gruppe. Sven Möller spielt in dem Kammerspiel nicht nur den Psychiater, er führt auch Regie.

Das Mysterium der Geschichte beginnt elf Monate vor dem Verschwinden Josys. Sie litt an einer äußerst rätselhaften Krankheit. Sie verschwindet  spurlos aus einer Arztpraxis, die sie in Begleitung ihres Vaters aufgesucht hatte. Nach vier Jahren des Suchens, Bangens und Wartens, zieht sich Larenz mit seinem Hund Sindbad auf die einsame Nordseeinsel Parkum zurück. Er will zur Ruhe kommen.

Seine Ruhe wird auf der sturmumtosten Insel von der Kinderbuchautorin Anna Spiegel (Syvia Guse) gestört. Sie leidet an Schizophrenie und bittet Larenz, sie von ihren Wahnvorstellungen zu heilen. „Alles, was ich mir als Schriftstellerin ausdenke, passiert“, erzählt sie. Und in ihrem noch nicht vollendeten Buch handelt es sich um ein kleines Mädchen, das an einer mysteriösen Krankheit leidet und verschwindet. Die Parallelen zu Josy Geschichte sind verblüffend. Larenz willigt ein, Anna Spiegel zu behandeln, könnte es ihn doch zu seiner Tochter führen.

Packende und kurzweilige Unterhaltung

Alexander Lux (re.) brachte mit seinem friesischen Outfit und dem friesischen Akzent Humor in die Auffühung.

Unvorsehbare Wendungen sorgten für kurzweilige Unterhaltung.

Die Aufführung nahm die Zuschauer gefangen. Alles dreht sich um die Fragen: Was ist mit Josy und wohin ist sie verschwunden. Und nicht nur, dass auf Parkum der Sturm ein Fortkommen von der Insel unmöglich macht, es gibt auch noch einige unerklärliche Geschehnisse. Parkums Bürgermeister Halberstedt, gespielt von Alexander Lux, warnt Larenz vor Anna Spiegel: „Die Frau ist nicht koscher.“ Der Hund verschwindet. Ständige Telefonate mit einem Privatdetektiv aus dem Off, unzählige Versuche seine Frau Isabell zu erreichen, halten die Spannung hoch. Die Grenze zwischen Psyche und Realität verschwindet. In der letzten Szene kommt noch Michael Rotthowe mit ins Spiel und das Rätsel wird gelüftet.

Sylvia Guse, Sven Möller und auch Alexander Lux in seinen kurzen, prägnanten Auftritten, sorgten geschickt für einen Spannungsaufbau. Das intensive, facettenreiche Spiel der zwei Hauptdarsteller, der Erzähler aus dem Off, zog das Publikum in den Bann der Geschichte. Mit der Inszenierung ist es Sven Möller gelungen, allein mit Sprache und Dramaturgie, in rasantem Erzähltempo, das Publikum fesselnd und kurzweilig zu unterhalten.

Weitere Vorstellungen von „Die Therapie“:

Donnerstag, 9. November; Freitag, 10. November; Samstag. 11. November; Sonntag, 12. November; Dienstag, 14. November; Donnerstag, 16. November und Freitag 17. November, jeweils 19.30 Uhr, Theaterhalle 4 der Rohrmeisterei

 

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