Temperament- und kunstvolle Musikkost aus Oper und Tango

Schwerte/Villigst. Begeisterten Applaus ernteten die Flötistin Anita Farkas und der Gitarrist Juan Carlos Arancibia Navarro am Sonntag beim Sommerkonzert, veranstaltet von der Konzertgesellschaft Schwerte, im Saal des Musikzentrums in Haus Villigst.

Als Arie Duo spielen die ungarisch-türkische Flötistin und der peruanische Gitarrist seit Jahren zusammen. In ihrem Konzert mit dem Titel „Carmen tanzt Tango“ boten sie dem Publikum temperamentvolle, kunstvolle Musikkost aus der Welt der Opern und des Tango der besonderen Art. Mit Werken von Pablo de Sarasate, Alan Thomas, Astor Piazzolla, Daniel Alomia Robles und Maximo Diego Pujol hatten sie ein sehr anspruchsvolles Programm im Gepäck.

In Sarasates Fantasie über Bizets Oper „Carmen“ unterstrich  Navarro mit seiner Gitarre nahezu akrobatisch die reich verzierte Flötenstimme Farkas. Energische Momente trafen auf mit viel Feingefühl ausgeführte Klänge. Die Zuhörer gaben sich dem puren Genuss dieses exzellent vorgetragenen Stückes hin. Sein unglaubliches Können auf der Gitarre zeigte der Gitarrist solistisch bei „El condor pasa“, das 1913 von Daniel Alomia Robles komponiert und das 1970 international bekannt wurde durch Simon und Garfunkel.

Virtuos und technisch brillant

Astor Piazzolla (1921–1992), der Altmeister des Tango hat nur ein Stück für Flöte und Gitarre komponiert: „L’Histoire du Tango” (Die Geschichte des Tango). In vier Sätzen, die die Suite bilden, erzählt er, wie der Tango entstand, und wie er sich durch die Generationen bis heute weiterentwickelte. Dramatisch, hell, strahlend und feierlich setzte das hochkarätige Arie Duo die Geschichte des Tangos wie sie um 1900 in den Bordellen von Buenos Aires begann, Stationen machte in den Cafés und Nachtclubs bis sie die Konzertsäle der Welt eroberte, dieses anspruchsvolle Werk um.

Mit großer Virtuosität, hervorragender Technik und blindem Verständnis präsentierten Anita Farkas und Juan Carlos Arancibia Navarro die für sie von Alan Thomas (*1967) geschriebenen Fantasien auf Themen aus der Operette „Fledermaus“ von Johann Strauss und interpretierten großartig die Suite „Buenos Aires“ von Maximo Diego Pujol.

Das Publikum war begeistert von den teils ungewöhnlichen Techniken auf der Gitarre, den lebhaften Soli auf der goldenen Querflöte und der musikalischen Vielfalt des Arie Duos.

 

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