Über Hans im Glück und Zebras, die höher sprangen als sie mussten

Von Bernd Masannek und Ingo Rous
Schwerte. Hans im Glück – das dürfen Sie ruhig wörtlich nehmen. Denn obwohl der ETuS/DJK Schwerte gegen den SV Deilinghofen/Sundwig das Nachsehen hatte, steht der Club nicht mehr auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-Bezirksliga – irre Ergebnisse der Konkurrenz machten das möglich. Bommern verlor 0:9 in Voerde, Hemer 1:7 gegen Wetter, Ergste 0:5 gegen Geisecke. Diese Ergebnisse wird der Vorsitzende des ETuS/DJK Schwerte, Hans Haberschuss, erfreut zur Kenntnis genommen haben – Hans im Glück eben.

„Fluppe“ – der „weiß, wo das Tor steht“

Niederlagen machen nachdenklich: Trainer Andre Haberschuss.

ETuS/DJK Trainer Andre Haberschuss hatte alles unternommen, um im  Heimspiel  gegen den starken Aufsteiger SV Deilinghofen –Sundwig  endlich einmal wieder drei Punkte einzufahren. Er hatte seinen alten Torjäger Dennis „Fluppe“ Frohn reaktiviert, um die Sturmmisere seiner Mannschaft zu beseitigen  und  ansonsten sein Team bestens eingestellt. Drei Tore gelangen auch seiner Mannschaft, aber diesmal hakte es in der Defensive. Vier Tore kassierten die Östlichen  und somit wurde es wieder nichts mit einem Sieg seiner Elf.

„Individuelle Fehler haben uns ein besseres Resultat gekostet. Obwohl wir drei Treffer erzielt haben, standen wir am Ende wieder mit leeren Händen da. Aber jetzt haben wir zumindest wieder einen Stürmer, der weiß, wo das Tor steht“,  sagte ETuS/DJK-Trainer Andre Haberschuss, der auf die  Rückholaktion von Dennis Frohn anspielte, der ab sofort wieder zum Kader der ersten Mannschaft gehört. „ Wir dürfen jetzt nicht pessimistisch sein. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut und wir trainieren auch intensiv. Unser Ziel muss es jetzt sein, den Abstand zu den unter uns stehenden Mannschaften so schnell wie möglich zu vergrößern  und  zu versuchen, schnellst möglichst  den Rückstand auf die vor uns stehenden Teams zu verkürzen“, lautet der Plan des Coaches der Östlichen für die Zukunft.

Gute Stimmung in Garenfeld

Gute Stimmung herrscht dagegen in Garenfeld. Das Team aus dem Waldstadion setzte sich nach einem 0:1 Rückstand noch souverän mit 4:1 beim heimstarken Türkiyemspor Hagen durch und liegt weiterhin punktgleich mit Tabellenführer Wetter an der Spitze. „Für den Augenblick läuft es bei uns recht gut. Auch wenn  in unserem Spiel , wie in der ersten  Halbzeit in Hagen,  etwas Sand im Getriebe ist, sind wir stark genug, um im zweiten Abschnitt den Hebel umzulegen und noch deutlich zu gewinnen.  Wir gehören zwar  jetzt zur Spitzengruppe, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen und müssen von Spiel zu Spiel denken. Die nächste Hürde steht jetzt schon am kommenden Wochenende an, wenn wir im Derby  gegen ETuS/DJK antreten müssen.  Es wird zwar nicht leicht werden, aber natürlich streben wir einen Sieg gegen die Schwerter an“,  erklärt SC- Coach Dieter Iske.

Szene aus dem Spiel Geisecke gegen Ergste, dass der GSV mit 5:0 gewann.

Überholt Geisecke den VfL?

Lange Zeit war die Frage, welcher Bezirksligist direkt aus Schwerte als bestplatziertester in die Winterpause gehen würde, nicht von Belang. Der VfL Schwerte stand lange Zeit oben, hat aber nach vier Niederlagen in Serie eine Talfahrt sondergleichen angetreten. Jetzt spüren die Blau-Weißen den heißen Atem des Geisecker SV im Nacken. Ein Punkt trennt die Kontrahenten, und schon am Sonntag kann Geisecke am VfL vorbeiziehen. Denn ein Sieg in Bommern ist möglich und scheinbar leichter als ein Sieg gegen Fortuna Hagen, der Gegner des VfL sein wird. Geiseckes 5:0 in Ergste hat den Grundstein zum Erfolg gelegt.

Achtung: Nur eine Momentaufnahme

Engagement gab’s nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Seite: Hennens Trainer Marcel dos Santos im Gespräch mit Schiri Kevin-Lars Papiorek.

Und dann wäre da noch der SC Hennen, der ja in Attendorn einen immens wichtigen 3:1-Erfolg hatte landen können. Das Unternehmen Klassenerhalt in der Landesliga hat mit dem Sieg im Sechs-Punkte-Spiel begonnen. So kann’s gehen, wenn sich eine Mannschaft als verschworene Gemeinschaft präsentiert. Einer für alle, alle für einen – das weltbekannte Motto hat die Mannschaft der Trainer Marcel dos Santos und Kamal Hafhaf greifbar werden lassen. „Besser sein wollen“ – das war immer wieder zu hören auf dem Attendorner Kunstrasen – der Wille versetzt bekanntlich Berge. Am Ende konnten die Attendorner sogar froh sein, nicht noch höher verloren zu haben. Torwart David Grochla jedenfalls verlebte eine lockere zweite Halbzeit, weil vor ihm alles funktionierte – spielerisch, kämpferisch, läuferisch.

Aber ein Trainer wäre kein Trainer, wenn er jetzt nicht warnend den Zeigefinger heben würde. „Das ist alles nur eine Momentaufnahme, wir haben noch nichts gewonnen“, sagte Kamal Hafhaf am Tag danach. „Aber ich hoffe, dass die Mannschaft verstanden hat“ und meint damit, dass es ohne Fleiß niemals einen Preis geben wird, ohne Einsatz bis zur Schmerzgrenze keinen Sieg. Robert Wiesner war das lebendige Beispiel dafür. Ein Krampf in der Oberschenkelmuskulatur hatte ihn zum Ende des Spiels kurzfristig außer Gefecht gesetzt. Auswechseln? Kommt doch nicht in Frage für so einen Kämpfertypen wie Robert Wiesner! Schließlich gibt es ja noch die heilenden Hände von Betreuer Werner Spindler – wo der zugreift, wächst auch wieder Gras. Jedenfalls muss einem so nicht Angst und Bange werden um den SC Hennen, auch nicht vor dem nächsten 6-Punkte-Spiel am Sonntag im Naturstadion gegen RW Erlinghausen (14.30 Uhr).

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