Versuchter Mord: Zwei Schwerter Jugendliche stehen vor Gericht

Schwerte. Versuchter Mord wird zwei Jugendlichen aus Schwerte vorgeworfen. Ab Dienstag müssen sie sich dafür in nicht öffentlicher Sitzung vor der 4. Großen Strafkammer als 2. Jugendkammer wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schweren Raubes, besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu verantworten.

Die Angeklagten sollen Anfang des Jahres 2017 den Entschluss gefasst haben, gemeinsam eine beliebige Person zu überfallen, um dieser mitnehmenswerte Gegenstände zu entwenden. Am 28. Januar sollen sie in Schwerte auf der Ostberger Straße in Höhe des Friedrich-Bährens-Gymnasiums gegen 0:45 Uhr zufällig auf den ihnen unbekannten Geschädigten getroffen sein. In Umsetzung ihres zuvor gefassten Entschlusses sollen sie an den Geschädigten herangetreten sein und diesem ein mitgeführtes Messer im Bereich des Rippenbogens gegen den Oberkörper gedrückt haben. Sodann soll der Geschädigte aufgefordert worden sein, sein Mobiltelefon heraus zu geben. Als dieser entgegnet haben soll, dass er dieses zuvor aus der Jacke heraus holen müsse, da der Trageriemen seiner Gitarrentasche ihn daran hindere, soll einer der Angeklagten den Geschädigten zu Boden gestoßen und diesem dann heftig in das Gesicht getreten haben, so dass der Geschädigte dadurch eine Nasenbeinfraktur erlitten haben soll.

Massive Messerattacken

Am Boden liegend soll der Geschädigte dann von dem Angeklagten massiv mit dem Messer attackiert worden sein, als der Geschädigte im Begriff gewesen sein soll, nach dem in seiner Jackentasche befindlichen Mobiltelefon zu greifen. Sodann soll der Geschädigte den Versuch unternommen haben, sich gegen den Angriff zu Wehr zu setzen. Beide Angeklagte sollen den Geschädigten allerdings wieder zu Boden gerungen haben, wobei der Angeklagte Erik S. dem Geschädigten weitere Stich- und Schnittverletzungen beigebracht haben soll.

Nunmehr erneut am Boden liegend soll der Geschädigte den Angeklagten sein Mobiltelefon entgegengehalten haben, dass die Angeklagten neben dem Koffer mit der Bassgitarre an sich genommen haben sollen. Danach sollen die Angeklagten mit der Tatbeute vom Tatort geflüchtet sein.

Ärzte retten Leben des Opfers

Der Geschädigte soll durch die Messerangriffe erheblich verletzt worden sein. Er soll eine Durchstechung des Schläfenbeins mit Eröffnung der Schädelhöhle, einen Stich in den linken Rückenbereich bis in die Brusthöhle sowie eine Stichverletzung im rechten Rücken bis in das Nierenbecken sowie insgesamt 12 weitere oberflächlichere Messerstiche in Brust, Bauchwand, Rücken, Gesäß, Knie und Oberarm nebst einer Schnittverletzung am linken Hinterkopf davon getragen haben. Dank ärztlicher Kunst konnte der schwer verletzte Geschädigte gerettet werden.

Einem der Angeklagten wird zudem ein am 03.09.2016 in Hamm begangener Einbruchdiebstahl zur Last gelegt. Der Angeklagte soll am vorgenannten Tag mit gesondert verfolgten Mittätern in das Gebäude eines örtlichen Vereins eingedrungen sein und dort 144,65 € Bargeld, zwei Laptops, ein Mobiltelefon und diverse Schlüssel entwendet haben.

Die Kammer hat bislang sechs Hauptverhandlungstage bis zum 01.09.2017 anberaumt. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

So berichtete der Blickwinkel im Januar:

Nach Überfall auf Schwerter: Polizei setzt eine Mordkommission ein

 

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