Vorwurf der veruntreuenden Unterschlagung: Schwerter muss sich vor Wirtschaftsstrafkammer verantworten

Schwerte/Hagen. Ein Schwerter hat sich wegen veruntreuender Unterschlagung in 786 Fällen, fal‑
scher Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung in einem Fall, Insolvenzverschlep‑
pung in einem Fall sowie unrichtiger Darstellung des Jahresabschluss einer Kapital‑
gesellschaft in einem Fall vor der der 1. großen Wirtschaftsstrafkammer des Landge‑
richts zu verantworten.
Der Angeklagte soll dabei insbesondere am 04.01.2010 und am 01.07.2010 diverse
Maschinen in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft mit
Sitz in Iserlohn an eine weitere Kapitalgesellschaft, die jedoch faktisch ebenfalls von
ihm geführt worden sein soll, für einen Kaufpreis von insgesamt 458.000,00 € veräu‑
ßert haben. Die Maschinen sollen allerdings nicht im Eigentum der Kapitalgesell‑
schaft gestanden haben, sondern zuvor an eine Bank zur Absicherung der einge‑
räumten Kreditlinie übereignet worden seien. Dies soll dem Angeklagten bewusst
gewesen sein.
Zudem soll der Angeklagte vom 04.01.2010 bis zum 01.07.2010 in 784 Fällen, eben‑
falls in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Iserlohner Kapitalgesellschaft,

 

Stahlprodukte an Kunden für über 3.000.000,00 € veräußert haben, ohne dass er
dazu, angesichts des Sicherungsübereignungsvertrages mit der Bank, berechtigt
gewesen sein soll. Der Angeklagte soll insbesondere nur unter der Voraussetzung zu
einer Veräußerung berechtigt gewesen sein, als dass die Zahlung des jeweiligen
Rechnungsbetrages an die Bank zu erfolgen hatte. Dem soll der Angeklagte jedoch
im Bewusstsein der rechtlichen Begebenheiten nicht nachgekommen sein.
In einem einstweiligen Verfügungsverfahren vor dem Landgericht Hagen soll der An‑
geklagte sodann falsch an Eides Statt versichert haben, dass die Bank über die Ver‑
äußerung der Maschinen informiert gewesen sei.
Zusätzlich soll der Angeklagte trotz Kenntnis der entsprechenden Umstände den vom
Gesetz gebotenen Insolvenzantrag für die von ihm geführte Kapitalgesellschaft nicht
gestellt haben und in dem erstellten Jahresabschluss für das Jahr 2009 unter dem
05.05.2010 eine positive Fortführungsprognose gestellt haben, die allerdings nicht
bestanden haben soll. Eine positive Fortführungsprognose soll erkennbar nicht be‑
standen haben, da für die Gesellschaft zum damaligen Zeitpunkt weder Geschäfts‑
räumlichkeiten zur Verfügung gestanden haben sollen und zudem – wie oben ge‑
schildert – die notwendigen Maschinen von dem Angeklagten veräußert worden sei­en sollen.
In dieser Sache fand bereits ein Hauptverhandlungstermin am 25.04.2017 statt. In
dem damaligen Termin wurde die Hauptverhandlung ausgesetzt und das Verfahren
gegen eine Mitangeklagte aufgrund deren Verhandlungsunfähigkeit abgetrennt und
vorläufig eingestellt.
Die Kammer hat insgesamt 7 Hauptverhandlungstermine bis zum 22.11.2017 anbe­raumt.
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