Waffenhändler-Prozess: Verfahren gegen Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Unna eingestellt

Hagen/Schwerte. Das Gericht hat das Verfahren gegen den Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Unna vorläufig eingestellt. Er muss eine Geldbuße zahlen. Plötzlich ging es für den 64-Jährigen ganz schnell. Kurz und knapp teilte der vorsitzende Richter der Kammer mit: „Das Verfahren gegen den Angeklagten Herrn B. wird gegen eine Geldbuße von 4000 Euro eingestellt.“

Nach dem letzten Termin gab es auf Betreiben des Verteidigers Michael Emde und der übrigen Verfahrensbeteiligten im Prozess um den Schwerter Waffenhändler Gerhard M. ein Rechtsgespräch. Es ging darum, das Verfahren gegen Emdes Mandanten einzustellen. Zuvor hatten Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Unna ausgesagt. Die Beweisaufnahme hatte zum Ziel, herauszufinden, was der Angeklagte über die mutmaßlich illegalen Waffengeschäfte des Schwerter Händlers wusste. Aber die Zeugen erklärten einhellig, dass sie sich voll und ganz auf den 64-Jährigen verlassen hatten. Er galt als ein hochgeschätzter Experte auf dem Gebiet der Waffenkunde und des Waffengesetzes. Ein Mitarbeiter, der die Ermittlungen gegen den Kollegen innerhalb der Behörde leitete, kam eigenem Bekunden zufolge einiges komisch vor. Er schilderte, der Angeklagte B. habe völlig selbstständig gearbeitet.

Verteidiger Michael Emde äußerte deutliche Kritik an den Zeugen. Er vertrat den 64-Jährigen. Er nannte die Ausführungen der Zeugen zum Teil „aus der Luft gegriffen“ und „bloße Schlussfolgerungen“. Ferner warf er dem Ermittlungsleiter Unwissenheit vor.

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