Weibsbilderabend: Blütenpracht und karge Landschaften

Schwerte. Die Sommerpause ist vorbei: Die Gleichstellungsbeauftragte Birgt Wippermann und Rohrmeistereichef Tobias Bäcker hatten zum Weibsbilderabend geladen. Amüsante Geschichten, Gedichte rund um und mit Blumen trafen auf den leider gescheiterten Versuch des Aufbaus eines Bürgergartens auf der Lookschen Wiese.

Dem bewährten Konzept der Weibsbilderabende folgend, servierte das Serviceteam der Rohrmeisterei unter der Leitung von Samuel Santos ein köstliches Fünf-Gänge-Menü aus der Rohrmeistereiküche mit Küchenchef Joachim Freund. Zwischen den Gängen unterhielten und informierten die Dortmunder Autorin Roswitha Iasevoli und die in Schwerte lebende Dipl. Soziologin Claudia Mahneke das interessierte Publikum bestens.

Nacktschnecken im Paradies

Roswitha Iasevoli ist bekennende Hobbygärtnerin mit eigenem Schrebergarten. „Nacktschnecken im Paradies – ein Gartenplausch“ heißt ihr 2003 erschienenes Buch aus dem sie den Weibsbilder-Gästen Auszüge präsentierte. Der Titel verheißt, dass „in jedem Schönen immer etwas ist, das nicht so schön ist“, erklärte die Autorin. Denn die Nacktschnecken sind eine Plage für jeden Garten. Doch sie weiß Rat: Singen und Lachen mögen diese gefräßigen Tiere gar nicht… Als Einstimmung auf die nun beginnende Jahreszeit rezitierte sie zu Beginn ihr Gedicht „Früher Herbst“, in dem sie vergnüglich den Bogen zwischen den verblühenden Sommerblumen und den schon mit Weihnachtleckereien gefüllten Regalen spannte.

Die Dortmunder Autorin Roswitha Iasevoli las vergnügliche Gedichte und Geschichten.

Roswitha Iasevoli Liebe zu allem was blüht, kommt in ihrer Leseprobe „O Märchen, so schön“ zum Ausdruck. Ein Stiefmütterchen, das mit ihren drei Stieftöchtern, dem „Fleißiges Lieschen“, „flammenden Käthchen“ und der „schwarzäugige Susanne“ glücklich in einem prächtigen Blumengarten lebt, in dem die Nacktschnecken sich so gar nicht wohl fühlen, weil sich das fröhliche Singen und Lachen nicht ertragen… Natürlich kommt auch Tragik mit ins Spiel, doch am Ende geht, wie es sich für ein Märchen gehört, alles gut aus.

„Kennen Sie Schrebergärten“, fragt die „leidenschaftliche“ Dortmunderin in die Runde. Sie liest die Geschichte von „Evelyn und Adamo“, die sich in eben einem solchem ineinander verlieben. Köstlich beschreibt Roswitha Iasevoli die anfängliche Problematik – doch auch diese Geschichte hat ein Happy End. Dazu gab sie aus ihrem Erfahrungsfundus viele Tipps und zum Ende konnten sich die Blumenfreunde Blumensamen  mit nach Hause nehmen.

Kritischer Blick auf das Konsumverhalten

Interessante Geschichten hatte Claudia Mahneke im Gepäck. „Garten ist mein Herzensthema“, bekannte sie. Die Soziologin arbeitet im Bereich Umwelt, Klimaschutz und Energie bei der EnergieAgentur NRW – „alles, was mit dem Erhalt unserer Umwelt zu tun hat“. 2015 hat sie in Schwerte das Projekt des Urban Gardening am Bahnhof auf der Lookschen Wiese initiiert. „Die Vorstellung eines Bürgergartens konnten wir leider nicht umsetzen“, musste sie zugestehen. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr, hätten sie mit Vandalismus zu tun gehabt und „leider blieb keiner dauerhaft dabei“ – und die Looksche Wiese ist wieder verwildertes Brachland.

Interessantes hatte die Soziologin Claudia Mahneke zu berichten, die von Birgit Wippermann zum Talk auf die Bühne geholt wurde.

Zuvor verbrachte Claudia Mahneke drei Jahre als Entwicklungshelferin in Nepal. Dort war sie im Bereich längliche Entwicklung, der ökologischen Landwirtschaft, tätig. Sie berichtete von der Mühsal der Nepalesen, insbesondere der weiblichen Bevölkerung, in den entlegenen, touristisch nicht erschlossenen Gebieten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Landwirtschaft ist in Nepal die Haupteinnahmequelle. Doch Monsunregen, karge Flächen oder schlechtes Saatgut, ließen allzu oft die Ernteergebnisse gegen Null sinken.

Nach ihrer Rückkehr sei der größte Kulturschock der Einkauf in Supermärkten gewesen. „Ich stand vor 50 Nudelsorten und war total überfordert. In Nepal kann man aus rund 20 Produkten, in allen Geschäften die gleichen, wählen. Mir hat es dort an nichts gemangelt.“ Ökofairer Einkauf und nachhaltige Beschaffung, alles möglichst umweltfreundlich, ressourcenschonend und ein kritischer Blick auf das Konsumverhalten, sind die Bereiche, mit denen sie sich aktuell beruflich befasst.

Weibsilder, so geht es weiter:

17. Oktober: Suzanne Bohn trifft auf die Leiterin des DRK-Kinderhorts Inge Franzen

5. Dezember: Weihnachtspezial

Jeweils 19 Uhr, Rohrmeisterei Schwerte

Nähere Infos unter www.rohrmeisterei-schwerte.de

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