Schwerte. Ein unbeschriebenes Blatt ist Andreas Kümmert für Musikfreunde aus Schwerte und Umgebung scheinbar nicht. Warum sonst präsentierte Chris Kramer zum Start seiner neuen Staffel „Rohrmeisterei unplugged“ den Mann in Halle 3 der alten Pumpstation? Rund 500 Menschen waren gekommen, nicht einer hat die Rohrmeisterei enttäuscht verlassen. Im Gegenteil, sie waren berührt, im Herzen, in der Seele, in ihren Köpfen. Und stehende Ovationen gibt es nicht jeden Tag bei Auftritten in der Bürgerstiftung.
Das erste, was greifbar wird bei diesem Mann, ist seine Authentizität. Man spürt, dass Andreas Kümmert seine Seele niemals zu Markte tragen würde, auch wenn er mal „Voice of Germany“ gewonnen hat und den nationalen Ausscheid zum Eurovision Song Contest. Das Ticket fürs Finale hat er wieder abgegeben, ist nun wieder sehr intensiv zu seinen musikalischen Wurzeln zurückgekehrt.
Ein kongeniales Duo: der Keyboarder Sebastian Bach und Andreas Kümmert.
Musikalische Wurzeln in den 70er Jahren
Wo die liegen, macht alleine schon sein T-Shirt deutlich. Schwarz ist es mit der roten Stones-Zunge auf der Brust. Musikalische Wurzeln liegen in den 60er und 70er Jahren. Blues, Rock, Soul und ja, auch Pop sind die Einflüsse, die seine Musik, seine Lieder und vor allem die Art seines Gitarrenspiels prägen. Es ist intensiv, wie man es lange nicht mehr auf einer Schwerter Bühne gehört hat. Niemals ist die Gitarre nur ein Instrument, nur Mittel zum Zweck. Sie ist ein Teil von Andreas Kümmert, eine, die seinen Liedern Charakter verleiht. Seine absolut inbrünstige, kräftige Stimme ist der andere Teil. Sie nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch Emotionen. Doch was wäre das alles ohne Sebastian Bach? Der kongeniale Keyboarder ist das Fundament des Abends, und wenn es passt, dann holt er den warmen und außergewöhnlichen Klang eines Fender Rhodes aus seinem Instrument – toll! Und alles ohne Eitelkeiten, ohne Distanzen zum Publikum.
Natürlich darf auchChris Kramer nicht fehlen. Gemeinsam mit dem Beatboxer Kevin O’Neal und dem Gitarristen Sean Athens präsentierte er „im Vorprogramm“ Altbekanntes.
Und wie sehr die beiden da oben auf der Bühne den Blues haben! Sparsam spielen sie ihn, aber mit einer Intensität, die unter die Haut geht, eingeleitet durch ein paar Takte des Intros von „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd. Unter die Haut, ja, das gingen auch Stücke wie „Rocket man“ von Elton John oder „Peaceful easy feeling“ von den Eagles – beide Stücke veröffentlicht im Jahre 1972. Da waren sie wieder, die 70er Jahre. Danke, Andreas Kümmert, und danke Sebastian Bach für diesen Ausflug in längst vergessene Stimmungen.
Am 12. Oktober (Donnerstag) geht es weiter mit „Rohrmeisterei unplugged“. Zu Gast sein wird der überragende Boogie Woogie-Pianist Jörg Hegemann und die Band „Threepwood ‚N Strings“. Beginn ist um 19.30 Uhr. Tickets: www.rohrmeisterei-schwerte.de oder 02304/2013001

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