Nur Bio gehört in die grüne Tonne. Was Bio ist und was nicht, darüber klären Stadt und GWA jetzt auf.
Schwerte/Kreis Unna. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes, die tagtäglich die Biotonnen in Schwerte entleeren, stellen fest, dass die Qualität des Biomülls in vielen Fällen durch sogenannte „Störstoffe“ stark beeinträchtigt wird. „Wenn Einzelne aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit Restmüll in Biotonne oder Wertstofftonne entsorgen, dann geht das auf Kosten aller“, schreibt der Kreis Unna dazu in einer Medieninformation. Damit soll Schluss sein.
Deshalb drohen nun auch kreisweit all denjenigen Konsequenzen, die Abfallbehälter zweckentfremden. So können Tonnen, die falsch befüllt sind, unter Umständen mit Hinweis auf die Fehler stehen bleiben. Ein System mit einer Gelben Karte, die als letzte Warnung auf die Tonne geklebt wird, und einer darauf folgenden Roten Karte, hat die GWA entwickelt. „Wo welcher Weg gewählt wird, besprechen wir jetzt zusammen mit den Städten und Gemeinden, die für die Abfuhr zuständig sind“, erläutert Ludwig Holzbeck, Fachbereichsleiter Natur und Umwelt beim Kreis.
Säcke aus Maisstärke sind Störstoffe
Hintergrund ist die Verschärfung der Qualitätsanforderungen für Biomüllkompost ab 2017. Bereits jetzt werden Biomüllanlieferungen aus Schwerte an der Kompostierungsanlage in Fröndenberg zu „Restmüll“ umdeklariert, wenn der Anteil der oben genannten Störstoffe zu hoch ist. Zu den „Störstoffen“ gehören neben Joghurtbechern oder Milchkartons auch Plastiktüten, in denen der Biomüll im Haushalt gesammelt wird, die aber natürlich, da nicht kompostierbar, nicht mit in die Biotonne geworfen werden dürfen. Auch die im Handel erhältlichen „kompostierbaren“ Säcke aus Maisstärke, die von vielen Bürgern guten Gewissens erworben werden, werden als Störstoff eingestuft. Diese Säcke zersetzen sich viel langsamer als für die Kompostierung erforderlich und sind zudem von „normalen“ Plastikbeuteln schlecht zu unterscheiden. Störstoffe verteuern die Entsorgung ganz erheblich. Vom Baubetriebshof werden deshalb in der nächsten Zeit die Biotonnen im Blick auf Störstoffe verstärkt kontrolliert.
Mehrkosten landen beim Gebührenzahler
Bevor jedoch Tonnen kontrolliert werden, setzen alle Akteure auf Aufklärung. Deshalb erinnern Kreis und GWA gemeinsam mit dem Dienstleister Remondis an die – eigentlich altbekannten – Regeln zur Mülltrennung. Denn sowohl Bioabfall als auch Wertstoffe sind schon lange kein Abfall mehr, sondern können gut weiterverwertet werden. Wird aber nicht richtig getrennt, gelten Bioabfall und Wertstoffe schnell als Restmüll. Die dafür entstehenden Mehrkosten landen am Ende beim Gebührenzahler.
Mit einer kreisweiten Öffentlichkeitskampagne soll deutlich gemacht werden, was in welche Tonne darf und was nicht. „Natürlich gehört der leere Joghurtbecher in die Wertstofftonne“, betont Stefan Jonic, Leiter der Niederlassungsleitung Lünen bei Remondis. „Wenn der Joghurt über dem Verfallsdatum liegt und komplett in der Wertstofftonne landet, dann bereitet das Schwierigkeiten.“ Kunststofftüten im Bioabfall, zum Teil gefüllt mit Restmüll, und Restmüll wie z.B. Windeln zwischen Wertstoffen machten den Großteil der Fehlwürfe aus. Teilweise werde sogar Bauschutt in Bio- und Wertstofftonne entsorgt. „Dann kann man nicht mehr von Unachtsamkeit sprechen, dann wird das System missbraucht“, betont Jonic.
- Bei Informationen und Rückfragen steht Michael Starzonek vom Baubetriebshof der Stadt Schwerte unter Tel. 02304/ 104-393 oder michael.starzonek@stadt-schwerte.de zur Verfügung.
- Informationen gibt es auch bei der GWA-Abfallberatung unter Tel. 0 800 / 400 1 400 (gebührenfrei) montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr.
- Entsprechende Infoblätter der GWA zum Thema „Biotonne im Kreis Unna“ mit Angaben zu nicht kompostierfähigen Abfällen sind im Rathaus I und am Baubetriebshof erhältlich.
