„Ich kann Ihnen versprechen, es werden noch mehr“, zeigte sich Dr. Christine Mast (5. v.li.) bei der Zusammenkunft aller Beteiligten (in der Mitte die vier „Ur-Multiplikatoren“), Kooperationspartner und Förderer zur Vorstellung des neuen Projektes „Flüchtlingsakademie“, überzeugt. Foto: Christel R. Radix
Schwerte. Die Leiterin des Kultur- und Weiterbildungsbetriebes (KuWeBe), Dr. Christine Mast, hatte die Idee, eine Flüchtlingsakademie ins Leben zu rufen. Mit diesem Ansinnen stieß sie auf viele offene Ohren. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis überregional wirkender Kooperationspartner und Förderer hat der KuWeBe ein umfangreiches Pilotprojekt, die Flüchtlingsakademie Schwerte, entwickelt.
Mehr als 700 Flüchtlinge leben in Schwerte. Die Zufluchtsuchenden, die vor politischer Verfolgung, Kriegs- und Bürgerkriegen ihre Heimat haben verlassen müssen, benötigen Unterstützung bei der Integration in unsere Gesellschaft. Und hier setzt das Projekt Flüchtlingsakademie an. Ziel der Freiwilligenakademie ist es, europäische Werte für Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen näher zu bringen und verständlich zu machen. In einer mehrstufigen Ausbildung werden Mediatoren (Vermittler) ausgebildet, die dann ihre Erfahrungen weitergeben. Am Ende der Ausbildung erhalten die Teilnehmer Zertifikate, „die unter anderem auch sehr vorteilhaft bei der Jobsuche sein werden“, ist Dr. Mast überzeugt.
Mediatoren sollen Werte und Regeln vermitteln
Bei den Mediatoren geht es darum, Integration weiterzutragen und Werte zu vermitteln. Dazu gehören Regeln im gesellschaftlichen Leben, Regeln in Anbindung an das Grundgesetz oder wie sich über gemeinsame Werte in der Gesellschaft verständigt werden kann. Auch gehört der interreligiöse Bereich, wie auch Kunst und Kultur – als ein wichtiges Medium im nonverbalen Bereich – dazu. So sind auch die Katholische und die Evangelische Akademie, die Ruhrakademie, der Theaterpädagoge Dirk Harms, Künstler wie Denny Brückner, der Flüchtlinge in den künstlerischen Prozess mit einbinden wird, an dem Projekt beteiligt. „Auf der Schiene von bildender Kunst kann man auch gut Werte vermitteln“, sagt Prof. Dr. Stefanie Lieb von der Katholischen Akademie Schwerte.
Anja Kiefer-Kaufmann als Projektleiterin, hält die Fäden in der Hand. „Die Ausbildung zum Mediator läuft über direkte Ansprache. Flüchtlingspaten, können Menschen vorschlagen, die sie für geeignet halten“, erklärt die Koordinatorin. Anja Kiefer-Kaufmann wird gemeinsam mit den ausgebildeten Mediatoren ausarbeiten, „wie die Menschen in Kommunikation gebracht werden können“.
Pfarrer Edgar L. Born, vom Institut für Kirche und Gesellschaft in Haus Villigst, sagt: „Ich freue mich ganz besonders, hier mitarbeiten zu dürfen.“ Er wird eine Exkursion ins Haus der Deutschen Geschichte mit den Multiplikatoren durchführen. „Dabei soll auf eine anschauliche Art deutlich gemacht werden, wie unsere Werte geschichtlich fundiert sind.“ Auch die Katholische Akademie wird eine Exkursion zum Thema Architektur und Religionen anbieten. „Wir werden in Köln die Zentralmoschee, die Synagoge und den Kölner Dom besichtigen“, berichtete Prof. Dr. Stefanie Lieb.
„Vieles wird ehrenamtlich gemacht, doch wir benötigen auch Geld“, so Dr. Mast. Hier sind die Stiftung der Sparkasse und der Rotary-Club bereits aktiv geworden: „Sie haben so viel Geld zur Verfügung gestellt, dass das Förderungsgerüst steht“, freut sich die KuWeBe-Chefin.
