Schwerte. Mit einigen Neuerungen startet das Programm der Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn in das 2. Halbjahr. Die Lila Salons in Schwerte, Iserlohn und Menden finden in Zukunft nur je zwei Mal im Halbjahr statt. Der Lila Salon hat sich als Veranstaltungsreihe für Frauen in den letzten 15 Jahren fest etabliert. Mit Vorträgen, Filmen und Kleinkunst sind sie aus dem kirchlichen und kulturellen Leben der genannten Städte nicht mehr weg zu denken. Doch die Zeiten, in denen regelmäßig mindestens 80 Besucherinnen das Angebot einer modernen Salonkultur wahrgenommen haben, sind vorbei. Dass die Reihe überflüssig geworden ist, glaubt Ruth Hansen, Pfarrerin für Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn, hingegen nicht. Es sei nach wie vor wichtig, frauenpolitische Themen und feministische Perspektiven zu diskutieren und eine Bühne für weibliche Kulturschaffende zu bieten. Schon im 18. Jahrhundert waren Salons gesellschaftliche Treffpunkte für Diskussionen. Vor allem Frauen betätigten sich als Gastgeberinnen und wurden damit häufig zu Wegbereiterinnen der Emanzipation.
Tanz auf dem Pulverfass
Der Salon Schwerte beginnt am Donnerstag, den 29.09., mit einem Abend zum Thema Brustkrebs, an dem u.a. der Film „Tanz auf dem Pulverfass“ gezeigt wird. Ein Film, der von betroffenen Frauen einer Selbsthilfe Gruppe aus Schwerte und Unna gedreht wurde und von ihrem Umgang mit der Krankheit erzählt. Am 17.11.2016 liest die Theologin, Poetin und Schrifststellerin Christina Brudereck aus ihrem neusten Roman „Cafe Mandelplatz“ . Im Mittelpunkt des Romans steht das jüdische Cafe im Johannesburg der 60iger Jahre und seine Besitzerin Mima Mandelbaum.
Lila Leinwand und Lydiamesse
Zum Programm der Frauenarbeit gehören aber nicht nur die Lila Salons. Ein neues Projekt ist die „Lila Leinwand“. In Kooperation mit dem Filmpalast Iserlohn kann in Zukunft in jedem Halbjahr ein Film in bester Kinoqualität gezeigt werden. Die Reihe beginnt mit einem Film über Lou Andreas Salome. Natürlich findet auch wieder eine Lydiamesse statt. Sie beschäftigt sich am 5.11. in der St. Viktor Kirche in Schwerte mit den wohlvertrauten Worten des Vater Unsers und fragt, wie Frauen dieses zentrale Gebet der Christenheit hören und verstehen. Dieser besondere Gottesdienst ist offen für Frauen und Männer.
Tagesreise
Nach der großen mehrtägigen Frauenreise im letzten Jahr, steht in diesem Jahr wieder eine Tagesreise an. Sie führt nach Kassel und dort u.a. in das Archiv der Deutschen Frauenbewegung. Last but not least wird die Veranstaltungsreihe „Wir Kinder der Kriegskinder“ wegen der großen Nachfrage nochmal ins Programm genommen. An fünf Abenden geht es um die Frage, welche Auswirkungen die zum Teil traumatischen Erfahrungen der Kriegskinder auf deren Kinder haben.
