Ulrich Schmülling aus der JVA Schwerte ist einer der Preisträger. Foto: Holger Hülsmeyer
Schwerte. Einer der Preisträger des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene kommt aus der Justizvollzugsanstalt Schwerte: Ulrich Schmülling aus Kamen. Sein Prosawerk ist Teil einer Anthologie, die den Titel „Gemeinsam einsam – GemEinsam“ trägt. Die Preise wurden jetzt im Sozialinstitut Kommende in Dortmund verliehen.
Mit von der Partie waren auch Mitglieder des Theaterlabors der JVA Schwerte. Sie lasen aus Teilen der prämierten Texte. Das „theaterlabor“ Schwerte ist ein Projekt der Gefangenen und der evangelischen Gefängnisseelsorge der JVA Schwerte unter der Leitung von Pfarrer Dirk Harms (Diplom Theaterpädagoge ARS). Das „theaterlabor“ Schwerte wurde im Januar 2004 gegründet. Seitdem findet einmal jährlich, in der Regel im Herbst, eine Aufführungsreihe statt. Der Rest des Jahres ist angefüllt mit physischem Training, ausgiebigen Proben, Stück- und Bühnenentwicklung. Alle Aufführungen finden innerhalb der Anstalt statt, sind aber der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mehr zum Theaterlabor findet man hier: www.theaterlabor-schwerte.de .
Claudia Belemann, WDR-Rundfunkmoderatorin aus Schwerte, interviewte Schirmherrn der Veranstaltung, den Grimme-Preisträger Peter Zingler. Prälat Dr. Peter Klasvogt, Leiter der Katholischen Akademie Shwerte und Direktor der Kommende Dortmund, hat das Grußwort gesprochen.
Der Drewitz-Preis wurde 1989 zum ersten Mal verliehen und feiert mit der Verleihung am 19. April sein 25jähriges Bestehen. Inhaftierte und ehemals inhaftierte Frauen und Männer wurden aufgefordert, zum Thema zu schreiben. Die Texte behandeln die Spannung zwischen Gemeinsamkeit und Einsamkeit im Gefängnis, Liebe, Freundschaft, Kommunikation drinnen und draußen. Aber auch Islolation, Verlust von Beziehungen, Ausgesperrt-Sein vom Leben, seelische Verletzungen, Frust, Wut und Hass.
Das Buch:
Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene
Gemeinsam einsam
Literatur aus dem deutschen Strafvollzug
Schirmherr Peter Zingleragenda Verlag Münster 2015
ISBN 978-3-89688-537-1














