Schwerte. Warum hat Marina Yakhlakova 2011 den Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb in Weimar/Bayreuth gewonnen? Und warum außerdem noch den Spezialpreis für die beste Interpretation einer Komposition des ungarischen Komponisten? Weil die junge Russin Liszt liebt, seine musikalische Sprache versteht und deshalb so hingebungsvoll seine Kompositionen spielen kann, wie sie es am Sonntag bei den Sternstunden am Bösendorfer gemacht hat.
Konzertgesellschaft und Rohrmeisterei hatten einmal mehr in die Halle 3 geladen, wo die 25-Jährige erstaunliche Fähigkeiten demonstriert und ihre technisch scheinbar unerschöpflichen Möglichkeiten mit diesem hohen Maß an Musikalität paart und deshalb so einzigartige Konzerte entstehen lässt, die Zuhörerinnen und Zuhörer staunend zurücklassen mit der Frage, wie man einem so wunderbaren Instrument wie dem Bösendorfer noch wunderbarere Musik entlocken kann.
Marialy Pacheo bringt den Jazz mit
Marina Yakhlakova – eine großartige Musikerin.
Marina Yakhlakova spielt mit einer Leichtigkeit und leistet doch Schwerstarbeit. Liszt Grandes Études de Paganini sind gespickt mit hohen Schwierigkeitsgeraden, die sie meistert, auch beim Auftakt „Après une Lecture du Dante: Fantasia quasi Sonata“. Kein Wunder, dass die Welt diese Künstlerin sehen und hören möchte. Sie ruft Begeisterung hervor mit ihrer Interpretation der Sonate b-Moll von Franz Liszt, einem Klavierwerk, das als das anspruchsvollste des 19. Jahrhunderts gilt. Wie sie es spielt, macht Marina Yakhlakova zu einer Göttin. Schade, dass die Halle 3 der Rohrmeisterei nicht bis auf den letzten Platz besetzt war. Diese Musikerin hätte es verdient gehabt.
Die nächsten Sternstunden am Bösendorfer finden am 8. Mai ab 11 Uhr in der Rohrmeisterei statt. Marialy Pacheo wird dort, steht zu erwarten, einen furiosen Auftritt hinlegen, denn die aus Kuba stammende Pianistin hat den Jazz wieder in die internationalen Konzertsäle gebracht.
Musikalisch wird es aber bereits am 21. April (Donnerstag), wenn das Quartett „NeoBarock“ ab 20 Uhr in der Rohrmeisterei spielt. Die vier ehemaligen Musiker der Antiqua Köln haben 2014 den Echo Klassikpreis gewonnen.
