Schwerte. Auch wenn ihnen der TV Werne am Sonntag mit seiner unerwarteten Niederlage gegen die ÖSG Viktoria Dortmund einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und ihnen die Sekt spritzende Feierstunde unmittelbar nach Spielende verdorben hat – gefeiert haben die Damen der HVE Villigst-Ergste trotzdem. Und das können sie traditionsgemäß genauso gut wie Handball spielen. Der neue Tag war jedenfalls schon angebrochen, als die Letzten die „Keule“ in der Wilhelmstraße verließen.
Für Steffi Kathol war es schon der sechste Aufstieg, den sie in ihrer Handball-Laufbahn feiern durfte. Und doch war es eine neue Erfahrung, die die Handballerin aus Leidenschaft gemacht hat; denn nicht mit dem Schlusspfiff stand die Meisterschaft in der Bezirksliga 4 fest, sondern schon vor dem Anpfiff der Partie gegen die DJK Oespel-Kley. Werne hatte 20:21 verloren und hätte die HVE selbst dann nicht mehr abfangen können, wenn diese ihre Spiel verloren hätte. Hat sie aber nicht, sondern mit 19:17 gewonnen.
Es wird weiter trainiert
Damit bleibt die Weste der HVE-Damen blütenweiß. Nicht einen einzigen Punkt hat die Mannschaft bislang abgegeben, hatte alle Spiele gewonnen. So soll es bleiben bis zum Saisonende. Denn eine perfekte Saison, formuliert es Steffi Kathol, wäre die mit einer Null hinter der 44 – das wäre die maximale Punktausbeute und das Tüpfelchen auf dem „i“. Gleichwohl: Leicht wird es nicht, denn die HVE muss noch gegen Werne, Aplerbeck, Kaiserau und Wellinghofen spielen. Dass die Spielerinnen es wollen, beweist die Tatsache, dass das Training für die nächsten vier Spiele nicht reduziert wird. Das ist keine Anordnung des Trainergespanns Anja Brinkmann und Thorsten Gollnik, sondern eine Entscheidung der gesamten Truppe. Aus solchem Holz sind eben Meister geschnitzt.
Tobias Liedschulte neuer Trainer
Mittlerweile ist auch bekannt, wer die Mannschaft in der neuen Saison trainieren wird: Tobias Liedschulte. Der Mann ist Polizeibeamter in Schwerte und trainiert im Moment die in der Landesliga spielende 2. Damenmannschaft des Königsborner SV. Die beiden aktuellen Trainer werden aus persönlichen Gründen die Früchte ihrer Arbeit nicht mehr ernten. Auch die Mannschaft wird sich verändern. Steffi Kathol möchte mit ihren 44 Jahren nicht mehr in der Landesliga spielen. Jennifer Fuchs, Sandra Becker und Alexandra Danker werden nach Lage der Dinge nicht mehr zur Verfügung stehen. So werden auf jeden Fall die Fühlerinnen nach einer neuen Torfrau ausgestreckt werden; Pamela Prado bleibt, aber eine Torfrau ist bekanntlich zu wenig. Mittlerweile liegt auch die Zusage einer externen Spielerin vor, aber ihr Name wird noch nicht bekanntgegeben. Und sonst? „Wir müssen noch ein bisschen reden“, sagt Thorsten Gollnik.
Am Sonntag um 16 Uhr geht’s weiter. Dann gastiert die Mannschaft beim TV Werne. Vor 14 Tagen wäre das noch der Liga-Knüller gewesen. Jetzt eben nicht mehr. Jetzt müssen die Ruhrstädterinnen nicht mehr gewinnen, aber sie können es und sie wollen es ja auch.
Die Meistermannschaft: Jennifer Fuchs, Kathrin Selleny, Tatjana Peters, Cora Abrahams, Cardin Grund, Sandra Bonner, Stefanie Kathol, Sandra Bonner, Alexandra Danker, Charline Daum, Daphne Schöps, Nina Großheider, Jana Kastner, Jasmin Schiprowski, Pamela Prado; Anja Brinkmann, Thorsten Gollnik.
