Schwerte. „Danke für die Spende des Kostbarsten, was Sie haben: Ihre Zeit“. Das sagte am Donnerstagabend ein junger Mann, gerade 21 Jahre alt und seit Dezember 2015 in Schwerte. Sami Alsaadi kommt aus Syrien, ist von dort aus vor dem Krieg geflohen. Am Donnerstag sprach er in der Rohrmeisterei für alle geflüchteten Menschen in der Ruhrstadt. Die Stadt Schwerte hatte eingeladen, um allen Flüchtlingshelferinnen und -helfern zu danken. „Sie haben sich eingebracht in das Gemeinwesen, deshalb ist es uns wichtig, Danke zu sagen“, sagte Bürgermeister Heinrich Böckelühr und gab seinem Glauben Ausdruck: „Wir schaffen es hier gemeinsam“.
Großer musikalischer Teil
Björn Thiele (l.) und Jörg Przystow moderierten den Abend.
Mehr als 300 Helferinnen und Helfer hatten Jutta Pentling, Leiterin des Lob- und Beschwerdemanagements der Stadt Schwerte, eingeladen. „Sie sind alle Ehrengäste“, rief Heinrich Böckelühr ihnen zu. Sie kamen in den Genuss von Speis’und Trank, sie sahen und hörten Schwerter Bands wie die Soulfingers, K.R.A.S.S., Kräuterfunk & Bassdrum. Olli Heinze war am Tag seines Geburtstags vor Ort, ebenso „Just for Fun“, der starke Frauenchor aus der Musikschule des KuWeBes, und das Duo Artistico. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jörg Przystow und Björn Thiele, die am 10. und 11. September auf der großen Bühne stehen werden; dann ist Pannekaukenfest.
„Es liegt an uns…“
Unter dem Beifall des Publikums spach sich Bürgermeister Heinrich Böckelühr entschieden gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen aus. „Das ist extrem inhuman und kann auch in der Zukunft nur ultima ratio sein“. Neue Flüchtlinge, die eben erst angekommen sind und noch kommen werden, können untergebracht werden. Erleichterung verspricht er sich von der kurz vor dem Abschluss stehenden neuen Containeranlage im Gänsewinkel. „Dazu erwarte ich aber auch Diskussionen“, sagte Böckelühr. Die Turnhallen in Villigst und in Ergste Am Derkmannsstück werden allerdings weiter in Reserve gehalten. Solang man keine Klarheit über dieweitere Entwicklung habe, solange könne man nicht anders handeln, so der Bürgermeister. Und: „Es liegt an uns, wie wir in dieser Stadt zusammenleben wollen und werden“.
Bürgermeister Heinrich Böckelühr begrüßte das Publikum.
Sicherheit und Geborgenheit
Sami Alsaadi.
Sami Alsaadi und die anderen Flüchtlinge fühlten sich wohl hier. „Die Bürger haben uns freundlich aufgenommen, sie helfen und akzeptieren uns“, sagt er in sehr gutem Deutsch. „Die Menschen sind stets da, wenn wir sie brauchen. Sie geben uns Sicherheit und Geborgenheit alleine schon durch einen Händedruck oder ein Lächeln. Terroristische Anschläge machen uns wütend und traurig – warum gibt es keinen Frieden in der Welt?“ Das waren Worte, die dem Publikum ias Herz gingen. Und als Sami Alsaadi dann auch noch Blumen an Hans-Bernd Marks vom Arbeitskreis Asyl und seine Frau Agnes überreichte, spendeten die Menschen dem Syrer stehende Ovationen.
Michael Grüll (l.) und Dr. Uwe Trespenberg überreichten zwei Schecks an Hans-Bernd Marks.
Dr. Uwe Trespenberg, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, und Michael Grüll, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerte, überreichten Hans-Bernd Marks jeweils einen Scheck über 500 Euro. „Es macht mich stolz, in dieser Stadt zu leben“, erklärte Dr. Uwe Trespenberg. Und Michael Grüll sagte: „Wir begleiten Sie gerne und werden Sie auch weiter begleiten“.
