Wandhofen. Kann ein König Ritter sein? Er kann! Frank Winter ist der lebendige Beweis dafür. Denn der amtierende Schützenkönig im Königreich Wandhofen ist seit diesem Wochenende auch ein Ritter, aufgenommen in den Orden der Ritterschaft des Heiligen Sebastianus von Europa. Das gilt auch für Frank Kayser: Auch der Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Wandhofen wurde im niederländischen Leudal zum Ritter geschlagen. Dort waren Vertreter und Abgeordnete von Schützenbruderschaften und -vereinen aus ganz Europa zusammengekommen, um die Frühjahrstagung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) abzuhalten, und 21 Schützenbrüder und eine Schützenschwester in den Orden der Ritterschaft des heiligen Sebastianus von Europa aufzunehmen.
Frank Kayser wird hier gerade feierlich zum Ritter geschlagen.
Der seit 1985 bestehende Orden hat einen engen Bezug zum Schützenwesen, aber auch Vertreter aus Politik und Kirche aus ganz Europa sind Mitglied der Ritterschaft des Hl. Sebastian, dem Schutzpatron der Schützenvereinigungen. Ebenso traditionelles wie aktuelles Ziel aller Ritter ist das aktive Einsetzen für ein vereintes, christliches Europa sowie die Wahrung der christlichen Traditionen des Schützenwesens getreu ihres Leitsatzes „pro deo – pro europae christiani unitate -pro vita“ (für Gott, für ein vereinigtes, christliches Europa, für das Leben). Der Orden ist eng mit der katholischen Kirche verbunden, tritt aber bewusst auch für konfessionsübergreifende christliche Strukturen ein.
Kandidaten für die Ritterschaft müssen sich durch die ritterlichen Grundregeln wie besonderes Engagement in allen gesellschaftlichen Bereichen, die Übernahme von sozialer und christlicher Verantwortung sowie eine untadelige Lebensweise auszeichnen. Nach positiv beschiedener Prüfung erfolgt die Investitur im Rahmen eines Gottesdienstes durch eine festgelegte Zeremonie und einen Ritterschlag. Die Ritterschaft wird von allen Mitgliedern als große Ehre angesehen, ist aber ausdrücklich nicht als Beförderung im Schützenwesen zu verstehen, sondern vielmehr eine Aufgabe, täglich für die Werte der Ritterschaft einzustehen.
In einer feierlichen und bewegenden Messe drückte der Weihbischof der Stadt Roermond, Everardus Johannes de Jong, allen Investiturkandidaten seine Bewunderung und Respekt für den Mut aus, sich zu den christlichen Werten zu bekennen und diese auch nach Außen zu vertreten. Gerade in diesen für Europa sehr schwierigen Zeiten. Den Ritterschlag und damit die Aufnahme als Ritter vollzog in Vertretung für den zeitlich verhinderten Karl von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich, der Prior Charles-Louis Prinz von Merode (Bild Mitte).


















