Oliver Wuttkowski (r.) und Martin Itter setzen sich für den Erhalt der ASS an der Wittekindstraße ein.
Schwerte. Schon heute wird sich die Schulpflegschaft der Albert-Schweitzer-Grundschule ihr neues Domizil anschauen, nämlich die Räumlichkeiten der Realschule am Stadtpark. Dorthin soll die Albert-Schweitzer-Schule vermutlich zum Schuljahr 2019/20 umziehen. Doch die Grundschule möchte viel lieber an ihrem Standort an der Wittekindstraße bleiben, unterstrichen Oliver Wuttkowski und Martin Itter am Rande des Tages der offenen Tür am vergangenen Samstag.
Sehr gute Infrastruktur
Oliver Wuttkowski ist Vorsitzender des Fördervereins der Schule, Martin Itter kandidiert im Oktober als Nachfolger. Beide verweisen auf die Infrastruktur, die der jetzige Standort bietet. Die Jahn-Sporthalle ist gleich nebenan, das Stadtbad in der Nähe, ein Sportplatz vor der Tür. Ein dem Alter der Schülerinnen und Schüler angemessener Spielplatz ist vorhanden, ebenso eine angemessene Raumkapazität und ein neuwertiges Gebäude der Offenen Ganztagsschule. Der Grundsatz „kurze Beine – kurze Wege“ sei erfüllt. Und nach eingehender Diskussion sei auch die Schulpflegschaft zu der Auffassung gelangt, dass der Standort Wittekindstraße der beste Standort sei.
Schulhof ist zu klein
Oliver Wuttkowski und Martin Itter sehen weitere Problematiken. Der Schulhof der Realschule sei zu klein. Für viele Kinder würde zudem der Schulweg länger als die zumutbaren zwei Kilometer. Somit müsste ein kostenträchtiger Busverkehr eingerichtet werden. Beide erwarten gerade im Berufsverkehr höhere Fahrtzeiten zum Stadtpark als die 15 Minuten, die für den Primarbereich als annehmbar gelten. Und: Über die Kosten, die ein grundschulgerechter Umbau der Realschule verursachen würde, sei nichts bekannt, vor allem nicht im Verhältnis zu den Kosten, die eine Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule hervorrufen würde.
ASS-Sanierung kostet 500000€
Der Blickwinkel hat nachgefragt in der Verwaltung der Stadt Schwerte. Eine Sanierung der bestehenden Schule würde mindestens 500000 Euro verschlingen. „Dem steht ein frisch saniertes Schulgebäude am Stadtpark gegenüber, das mit verhältnismäßig wenig Aufwand der Grundchule zur Verfügung gestellt werden kann“, sagt der für Schulfragen zuständige Erste Beigeordnete Hans-Georg Winkler. Damit sei auch unter dem Aspekt der Haushaltskonsolidierung die HSP-Maßnahme Einsparung von Schulraum eingehalten.
Schulhoffläche erweitern
Auch geht die Stadt nicht davon aus, dass der Schulhof am Stadtpark zu klein ist für die Zahl der Grundschüler. 335 Kinder werden derzeit an der ASS unterrichtet. Der aktuelle Schulentwicklungsplan geht von immer weniger Kindern aus, so dass zum Zeitpunkt der Verlagerung 277 Schülerinnen und Schüler am Stadtpark beschult werden. Hans-Georg Winkler: „Bei einer Nutzung durch eine Grundschule sind die zur Zeit noch vorhandenen Pavillons auf dem Schulhof nicht mehr notwendig, so dass die Schulhoffläche erweitert werden kann“.
Besichtigung und Elterninformation
Heute also besichtigt die Schulpflegschaft die Realschule am Stadtpark, am 14. September folgte das Lehrerkollegium der Albert-Schweitzer-Schule. Für den 28. September ist eine Elterninformationsveranstaltung unter der Moderation des Schulexperten Dr. Harbeck vorgesehen. Am 2. Dezember soll sich der Rat mit einer Standortverlagerung beschäftigen. Eine Zusammenlegung mit der Friedrich-Kayser-Schule, wie sie im Schulentwicklungsplan empfohlen wird, „ist nach dem heutigen Stand nicht vorgesehen“, sagt Hans-Georg Winkler.
Keine Anfrage für Bebauung
Oliver Wuttkowski und Martin Itter befürchten, dass ein Vorhaben für betreutes, altersgerechtes Wohnen auf dem Gelände der jetzigen ASS Entscheidungen beeinflussen könnten. Entsprechende Vorhaben seien bereits an die Öffentlichkeit gedrungen. Hans-Georg Winkler dementiert und versichert: „Eine Recherche im Hause ergab, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine solche Anfrage nicht bekannt ist“.


