Theater

Heiteres und Nachdenkliches für freie Geister: TaF startet in die neunte Spielzeit

Starten mörderisch in die neue Spielzeit: Lothar Schwengler, Lars Blömer und Stefan Bauer (v.l.).

Schwerte. Mit der Premiere von „Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von der Fleet Street“ geht das Theater am Fluss am 9. September in seine neue Spielzeit und setzt dabei ein weiteres Highlight mit einem Bühnenstück von Christopher G. Bond (©Lit-Theaterverlag) mit Musikeinlagen.

Einige bisher erreichte Zahlen sprechen für eine erfolgreiche und dauerhafte Bereicherung der Schwerter Kulturlandschaft durch das Theater am Fluss in den vergangenen Spielzeiten: knapp 100 Produktionen, über 60 aktive Schauspieler, sieben Regisseurinnen und Regisseure und rund 20.000 Zuschauer.

Neues Motto ist Programm

Die neunte Spielzeit – die achte als eingetragener, eigenständiger Verein – hat das TaF unter das Motto gestellt: „Menschliches, Allzumenschliches – Heiteres und Nachdenkliches für freie Geister“. Frei nach Nietzsche drückt dieses Motto all das aus, was Theater ausmacht und was auf der Bühne verhandelt wird. Es geht um Menschen, ihre Gefühle, ihre Schwächen, ihre Stärken, ihr Glück, ihre Verstrickungen, ihre Taten und Untaten.

Das Theater hat dafür die unterschiedlichsten Formen gefunden wie beispielsweise das Drama, die Komödie, die Satire, die Farce und das Märchen. Theater schafft es, auch Schwieriges auf heitere Art herüberzubringen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich der aktuelle Spielplan – von Klassikern wie Shakespeare und Goethe über Kafka und Kästner bis hin zu aktuell entstandenen Stücken befreundeter Autoren, Bühnenfassungen von bekannten Filmen und Bühnenstücken mit Musik.

Junges Ensemble weiter integriert

Mit großer Freude und auch Stolz blickt das TaF auf sein Junges Ensemble. Anja Samaga und Sina Weber haben in den die letzten drei Jahren aus verschiedenen Kinder- und Jugendgruppen im Alter zwischen 6 und 21 Jahren diesem wichtigen Teil des Theater-Ensembles geformt. Wie in den beiden letzen Spielzeiten – immerhin gab es insgesamt fünf Theaterstücke und drei kleinere Produktionen – wird dieses Ensemble in der Saison 2015/16 zwei Stücke aufführen: Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ und „Andorra“ von Max Frisch. Das letztere Stück hat Anja Samaga unter das Motto „Jetzt erobern WIR die Bühne“ gestellt und beschreitet einen neuen Weg der Nachwuchsförderung: Die jungen Darstellerinnen und Darsteller haben ihr Stück nicht nur selbst ausgewählt, sondern werden es auch inszenieren. Vorangestellt ist ein Workshop, bei dem es um Theorie und Praxis des Theaterbetriebes geht: Schauspielen, Regieführen, Planung der Aufführung, Aufstellung des Budgets und all das, was einen Theaterbetrieb sonst noch ausmacht.

Ziel ist dabei auch, das Junge Ensemble weiter in die Theaterarbeit zu integrieren, in Richtung einer wertvollen Ressource als „nachwachsende“ Darsteller-Generation.  Ebenfalls in die Kategorie „jung“ passt ein Konzertabend im November. Mit „Junge Wilde“ will das TaF Schwertern Nachwuchsmusikern eine Plattform bieten, um sich ihren Fans und dem Schwerter Publikum in einem größeren Rahmen zu präsentieren.

Gelungener Neustart im „Kulturhaus am Bahnhof“

Als das TaF im Sommer 2014 seine langjährige „Theaterwerkstatt Schwerte“ im ehemaligen Kindergarten 2 in Villigst kurzfristig räumen musste, waren Verärgerung und Enttäuschung im Verein sehr groß. Als der Vorstand noch auf der Suche nach neuen Räumen war, wurde dem TaF von privater Hand das leerstehende China-Restaurant am Bahnhof zu guten Konditionen zur Miete angeboten. Seit November proben die Ensembles dort wöchentlich bis zu vier Mal. Gegen Beteiligung an der Gesamtmiete hat das TaF Schwertern Künstlern Atelierräume überlassen, von denen noch weitere frei sind. Interessenten dafür können sich über info@theateramfluss.de melden. Vorstand und kreative Mitglieder erarbeiten zurzeit Ideen für die Außengestaltung und damit für die Außenwirkung des Kulturhauses.

Die Schulen im Fokus

Speziell auf die Bedürfnisse von Schulen abgestimmt bringt das TaF in dieser Spielzeit Jahr zwei Klassiker auf die Bühne – Kafkas „Der Prozess“ und Goethes „Faust“ – zwei Stücke also, mit denen es Schüler „unausweichlich“ im Unterricht zu tun bekommen werden. Beim TaF gibt es die Chance, beides in einem kreativen Rahmen kennenzulernen: Interessierten jungen Menschen sollen diese Produktionen Selbsterfahrung im Theater ermöglichen.

 

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