Also ich möchte nicht in dem Zug sitzen, der vielleicht einmal in diesem Schwerter Tunnel verunglückt. Ich möchte gar nicht, dass irgendein Zug mal in irgendeinem Tunnel verunglückt. Denn wem das widerfährt, kann sich fast schon wünschen, nicht geboren worden zu sein. Die Übung am Freitagabend im Schwerter Tunnel hat deutlich gemacht: Eine große Chance hat niemand, erst recht nicht, wenn das Unglück mit Feuer und Rauch einhergeht. Wie lange es alleine schon gedauert hat, bis die Feuerwehr auf die Schienen durfte! Eine halbe Stunde hat die Bahn für die Freigabe gebraucht – für die Freigabe einer ohnehin schon wegen Gleisbauarbeiten gesperrten Strecke. Safety first? Gut. Aber dann muss das auch für Tunnel gelten, die kürzer sind als 1000 Meter. Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Unglück in einem 1100m langen Tunnel und einem Unglück in einem 800m langen Tunnel? Soll heißen: Liebe Bahn, schmeiß deine EBA-Richtlinie in die Tonne und sorg für hohe Sicherheitsstandards in allen Tunneln, indem du eklatante Sicherheitsdefizite beseitigst. Damit die Feuerwehr schneller zum Ziel kommen kann, um deine Fahrgäste zu retten; denn die sind doch dein höchstes Gut!
Um Sicherheit geht es auch in einem anderen Thema. Um die Sicherheit auf der B236 zwischen Ergste und dem Schälk. Weil sich dort schwere Unfälle mal gehäuft haben, dürfen Motorradfahrer den Abschnitt kaum noch befahren. Die Kreisstraße 22 über den Bürenbruch wurde ihre Verbindungsroute zwischen Letmathe und Ergste. Jetzt wird die K22 gesperrt, weil die Fahrbahndecke saniert werden muss (oder soll) – und auf einmal wird die B236 für die Dauer der Sanierung wieder für Biker geöffnet. Das ist doch ein Widerspruch! Eine temporäre Öffnung nimmt dieser Strecke doch nichts von ihrer vermeintlichen Gefährlichkeit. Im Gegenteil, sie erzeugt sie doch erst, weil sicherlich nicht wenige ihre alte Lieblingsstrecke mal wieder befahren oder die alte Applauskurve mal wieder besetzen wollen. Wenn Unfallrisiken jetzt zeitweise in Kauf genommen werden, kann man die Strecke auch wieder ganz für Motorräder freigeben. Hoffentlich passiert dort in den nächsten 14 Tagen nichts. Wenn doch, wird die Diskussion darüber und über Verantwortlichkeiten groß sein.
Jetzt haben Sie noch gar nichts Lustiges gelesen, sagen Sie? Wenn ein Reinfall was Lustiges ist, bitteschön. Denn ich habe mir eine List ausgedacht, wie ich unliebsame Begegnungen meines Hundes mit anderen verhindern kann. “Mein Hund hat Flöhe”, rufe ich dann im größtmöglichen hörbaren Abstand. So wie heute Morgen. Freudenstrahlend schallte mir die Antwort entgegen: “Meiner auch!” Sie haben dann schön gespielt, die beiden Racker. Jetzt kaufe ich erst mal einen Flohkamm.
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund. Alles andere wäre nämlich schlecht.
Schönes Wochenende! Ingo Rous



Lieber Ingo,
in dieser Woche haben ich mal wieder gesehen was gute Pressearbeit ausmacht .
Gut informiert sein,immer aktuell sein,nur das ergibt einen guten Pressebericht.
Wenn dann ein Kalauer dazukommt erfreut mich das besonders.