Hagen/Schwerte. Übers Ohr hauen lassen hat sich ein 49-jähriger Schwerter vor gut einem Jahr, als ihm bei einem Drogendeal Milchpulver statt Amphetamine untergejubelt wurden. Für diesen Deal und wegen des Besitzes von Drogen, mit denen er dealen wollte, muss sich der Schwerter derzeit vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Hagen verantworten. Besonders ergiebig war der zweite Verhandlungstag in der Sache nicht.
Drahtzieher beim Drogendeal mit Milchpulver war ein 37-jähriger Schwerter. Der Mann, der zur Zeit einen Entzug durchführt, war als Zeuge geladen, machte aber von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, um sich nicht selbst zu belasten. Redseliger war da schon ein 50-jähriger Polizist aus Unna, der über die Ermittlungen in der Schwerter Drogenszene berichtete. Für so genannte Abziehgeschäfte seien der 37-Jährige und sein Komplize bekannt. Offenbar haben sie schon andere vermeintliche Drogendealer aufs Glatteis geführt.
Und schließlich trat noch ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes von NRW auf den Plan. Der führte den Elektroschocker vor, den Polizeibeamte bei besagter Hausdurchsuchung gefunden hatten und der, so der Angeklagte am ersten Verhandlungstag, gar nicht mehr funktionieren würde. Außerdem habe er gar nicht mehr gewusst, den Elektroschocker noch besessen zu haben. Funktionsuntüchtig war das Ding allerdings nicht, wie der Sachverständige in einem Betriebsversuch mit leistungsstarken Batterien demonstrierte. Und weil ein Elektroschocker als Waffe gilt, muss das Gericht jetzt bewerten, ob es sich gegebenenfalls um einen bewaffneten Handel mit Drogen handeln kann.
Das Verfahren wird am 9. Mai fortgesetzt. Weitere Termine sind für den 12. und 14. Mai anberaumt.

